Nach 7 Monaten

Ägyptischer Aktivist nicht mehr im Hungerstreik

Ausland
15.11.2022 14:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der inhaftierte ägyptische Regierungskritiker Alaa Abd el-Fattah hat laut Familienangaben seinen monatelangen Hungerstreik beendet. Seine Schwester Mona Seif berichtete am Dienstag, ihr Bruder habe in einem Brief das Ende seines Hungerprotestes mitgeteilt. Der 40-jährige Blogger und Demokratie-Aktivist hatte vor sieben Monaten damit begonnen und zum Beginn der Weltklimakonferenz im ägyptischen Sharm el-Scheich am 6. November auch die Aufnahme von Flüssigkeit eingestellt.

„Ich habe meinen Streik abgebrochen. Ich werde alles am Donnerstag erklären“, schrieb Abd el-Fattah in einem Brief an seine Schwester Sanaa Seif, die diesen am Dienstag per Twitter veröffentlichte. Der Brief datiert demnach vom Montag. Darin hieß es, er hoffe, seine Familie später in der Woche zu sehen. „Wichtig ist, dass ich am Donnerstag meinen Geburtstag mit euch feiern will ... also bringt Kuchen mit, normale Verpflegung.“

„Ich habe lange Zeit nicht gefeiert, und ich will mit meinen Zellengenossen feiern“, schrieb Abdel Fattah. Der Aktivist wird diesen Freitag 41 Jahre alt. „Mache dir keine Sorgen, mir geht es gut“, appellierte er an seine Mutter.

Zentrale Figur des „Arabischen Frühlings“
Abd el-Fattah wurde 2011 zu einer Führungsfigur des „Arabischen Frühlings“ in Ägypten, der zum Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak führte. Er gilt auch als Symbol für darauf folgende Repressionen. Er saß in den vergangenen Jahren bereits mehrfach hinter Gittern. Inhaftiert ist er bereits seit 2019. Abdel Fattah soll „Falschinformationen“ verbreitet haben - ein in Ägypten gängiger Vorwurf gegen Regierungskritiker. Im Dezember 2021 wurde er deswegen zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Trank vorübergehend kein Wasser mehr
Seit dem 2. April war Abd el-Fattah im Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung und die Haftbedingungen zu protestieren. Er nahm auch kürzlich die britische Staatsbürgerschaft an, um mehr internationale Aufmerksamkeit für seinen Fall zu erreichen. Zum Start der Weltklimakonferenz im ägyptischen Badeort Sharm el-Scheich am 6. November kündigte er an, auch kein Wasser mehr zu trinken. Am Montag erklärte seine Schwester, er habe der Familie in einer Nachricht mitgeteilt, dass er wieder Wasser getrunken habe.

Abd el-Fattahs Hungerstreik wurde bei der Klimakonferenz von mehreren Staats- und Regierungschefs angesprochen, darunter US-Präsident Joe Biden. Das Weiße Haus äußerte sich „zutiefst besorgt“ über den Gesundheitszustand des Aktivisten. Am Rande der COP27 kam es auch zu Solidaritätskundgebungen.

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