„Medizinisch versorgt“
Ägypten: Regimegegner wegen COP27 zwangsernährt?
Der in Ägypten inhaftierte Dissident und Hungerstreikende Alaa Abd el-Fattah wurde einer medizinischen Behandlung unterzogen. Das hat die Familie des ägyptisch-britischen Bloggers und Aktivisten von der Gefängnisleitung erfahren, wie sie am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Ob der Eingriff eine Form von Zwangsernährung bedeutet, etwa intravenös, ist derzeit unklar. Damit könnte ein möglicher Tod des prominenten Aktivisten während der UN-Klimakonferenz COP27, bei der Zehntausende Delegierte, Beobachter und Journalisten registriert sind, vermieden werden.
Der 40-Jährige, der zu den Führungsfiguren in der Revolution von 2011 zählte, wurde im Dezember 2021 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Anklage lautete Verbreitung von Falschinfomationen. Seit dem 2. April befindet er sich im Hungerstreik, den er mit Beginn der Klimakonferenz COP27 in Scharm el-Scheich intensivierte und seitdem Wasser verweigert.
Familie darf nicht zu el-Fattah
„Sie sagten, dass medizinische Verfahren durchgeführt wurden, um seine Gesundheit zu erhalten, und dass die Justizbehörden informiert seien“, so seine Mutter Laila Soueif. Ihr zufolge befindet sich Alaa weiterhin im Gefängnis. Es sei ihr verboten worden, vor der Haftanstalt Wadi al-Natrun in der Wüste nördlich von Kairo zu warten. Briefe an ihn würden nicht angenommen.
Schwester Sanaa Seif sorgt sich, dass ihr Bruder zwangsernährt wird, um ihn im Gefängnis am Leben zu halten. Damit könnte ein möglicher Tod des prominenten Aktivisten während der Klimakonferenz vermieden werden. Den Fall sprachen auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Rishi Sunak an.
COP27-Präsident, Ägyptens Außenminister Sameh Shoukry, hatte gegenüber dem Sender CNBC angezweifelt, ob el-Fattah sich überhaupt im Hungerstreik befindet. Zudem sei ein Hungerstreik eine „persönliche Entscheidung“. Ihm stehe gesundheitliche Versorgung zur Verfügung - wie allen anderen Häftlingen auch.
















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