Noch nie zuvor sind so viele Menschen in Österreichs Bergen unterwegs, da kann schon mal was passieren. Allein im Sommer 2022 verunfallten laut aktueller Statistik des Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) 3850 Personen, davon 133 tödlich.
„Die Klimakrise ist in aller Munde, so hat der Bergsommer 2022 gezeigt, dass auch hier Veränderungen nicht nur auf die Natur, sondern auch auf den Menschen im alpinen Raum zukommen werden bzw. schon eingetreten sind. Die Auswirkungen auf das alpine Unfallgeschehen gilt es hier mit Argusaugen zu beobachten und entsprechend zu reagieren. Das ÖKAS wird auch in Zukunft die Klimakrise im alpinen Raum vermehrt thematisieren und Wege zum Gegensteuern aufzeigen. Prävention und Sicherheit im alpinen Raum ist das oberste Ziel des Kuratoriums“, sagt Peter Paal, Präsident Österreichisches Kuratrium für Alpine Sicherheit.
Unter den Alpinunfällen, die österreichweit von Alpinpolizisten erhoben wurden, sind 782 Mountainbiker. Es gab auch neun Tote Biker, wovon acht in der Altersklasse der über 60-Jährigen sind. Die Unfallursache für die tödlich verunfallten Mountainbiker: Fünf Personen wurden mit Herz-Kreislaufversagen und vier Biker mit Sturz registriert. Bei den Verletzten kommen 87 % durch Sturz beim Mountainbiken zu Schaden. Der Anteil der Unfälle mit E-Bikes liegt bei etwa elf Prozent - Tendenz steigend.
Beim Klettern und Klettersteig-Gehen wurden von der Alpinpolizei insgesamt 347 Verunfallte (Tote, Verletzte, Unverletzte) registriert; dabei entfallen etwa 59 Prozent auf Unverletzte. Insgesamt haben sich zwölf tödliche Kletterunfälle in Österreich ereignet, davon wurden fünf Tote auf Klettersteigen aufgenommen. Absturz aufgrund unbekannter Ursachen, Ausbrechen eines Sicherungspunktes oder Griff, Steinschlag, Sturz/Stolpern/Ausgleiten, Verirren/Versteigen, Wettersturz (Missachtung der Wettervorhersage sowie Zeitmanagement am Berg), menschliches Versagen in Kombination mit einem technischen Gebrechen oder Missgeschick (Fehler des Opfers) oder Fehlverhalten (Unwissenheit) führen zu Unfällen beim Klettern und am Klettersteig.
Das ÖKAS empfiehlt eine Tourenvorbereitung. Allgemeine Beschreibungen sind aufgrund aktueller Veränderungen im Gebirgsraum (z.B. Gletscherveränderung, Felssturz, Veränderung durch Hochwasser- oder Murereignisse) zu verifizieren. Vor allem Personen ab 50 Jahren sollten sich regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen unterziehen, um Auskunft über den allgemeinen Gesundheitszustand sowie die körperlichen Fähigkeiten für Aktivitäten am Berg zu erlangen. Zusätzlich zur Gesundenuntersuchung wird eine vom Facharzt durchgeführte Leistungsdiagnostik empfohlen.
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