„Krone“-Kommentar

Die Inder

Kolumnen
29.09.2022 06:00

Vor fünf Wochen machte sich die „Tagespresse“ über die 260.000-Euro-Kampagne des Innenministers lustig, in der unter anderen Tunesier, Marokkaner und Inder davor gewarnt werden, nach Österreich zu kommen und hier einen Asylantrag zu stellen. Auf dem Foto saß eine Familie in Neu-Delhi vor dem Fernseher und verfolgte geschockt den Auftritt Karners in der „ZIB 2“. „Niemand will mehr nach Österreich kommen!“, titelten die Spaßvögel des Satire-Portals.

Das war nicht unlustig. Aber wie sich jetzt herausstellt, ist die Warnung gar nicht so weit hergeholt. Immer mehr Inder kommen mit dem Flieger nach Serbien und schlagen sich, organisiert von Schleppern, über Ungarn bis an die österreichische Grenze durch. Dafür zahlen sie bis zu 7000 Euro. Sie erhoffen sich bei uns Arbeit und ein besseres Leben.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner irrte, als sie im ORF-„Sommergespräch“ sagte, es gebe kein Flüchtlingsproblem. Die Bewegung, die 2015 begann, setzt sich bis heute in Wellen fort. Momentan erreicht sie - auch mit Ukrainern und Russen - wieder einen Höhepunkt.

Auch wenn es klingt wie eine alte Leier: Solange einige auf dieser Welt alles haben und andere nichts, so lange werden Menschen flüchten. Ein einzelnes Land oder eine Kampagne sind da machtlos. Wenn Menschen ohne Perspektive von einer Zukunft in einem stabilen Europa träumen, ist das verständlich. Aber für die Bevölkerung in den europäischen Ländern ist die Zukunft auch gerade ungewiss.

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