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Eine Art Queen würde uns guttun

Kolumnen
21.09.2022 11:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nein, natürlich soll es in diesen Zeilen nicht um eine Sehnsucht zur Rückkehr zur Monarchie gehen. Aber: Dass das Begräbnis von Queen Elizabeth in London die Briten in anhaltend turbulenten Zeiten so vereint hat, ist schon schön mitanzusehen. Ob das ein österreichischer Verantwortungsträger auch so könnte?

Es ist schon faszinierend, dass der natürliche Tod einer 96-jährigen Frau Menschen aus aller Welt selbst in diesen zerrütteten Zeiten so zu vereinen vermag. Mehr noch: Tausende Menschen, die stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen, um einige wenige Minuten einen Sarg zu sehen; Tausende Menschen, die bei klirrender Kälte campieren, um einen Blick auf eine trauernde Familie zu erhaschen und die hochrangigsten Staatsgäste, die aus aller Welt einfliegen, um zu kondolieren. So geschehen an diesem Montag.

Was die Menschen an der Queen geschätzt haben
Natürlich war das nicht das Begräbnis von irgendjemanden. Die Königin, die mehr als 70 Jahre das Gesicht des Landes war, kannten die meisten Briten schon seit Kindheitstagen. Sie war nicht nur Mutter der Nation, sondern auch ein stabilisierender Faktor, der immer da war und der Ruhepol aller. Eine fixe Konstante. Das scheint den Menschen gutgetan zu haben.

Halt hat schon lange kein Politiker mehr gegeben
Leider vermag es kein moderner Politiker mehr, diesen Effekt auf Menschen zu haben. Obwohl direkt vom Volk gewählt und damit von ihm auserwählt, fehlt es ihnen doch an der vereinenden Strahlkraft, an Glaubwürdigkeit und an Konstanz. Vor allem nach Corona und mitten im Krieg können sie diese Lücke trotz politischer Handlungsfähigkeit nicht füllen, Halt hat schon lange kein Politiker mehr den Menschen gegeben.

Skandale, Ego-Trips und gebrochene Wahlversprechen
Was war passiert? Nun, viele Skandale und Ego-Trips haben dem Ansehen der Politiker sicher nichts Gutes getan. Parteien, die lieber auf Populismus statt auf Integrität setzen, haben unser Land entzweit. Und die vielen gebrochenen Wahlversprechen nahmen uns Österreichern den letzten Rest an Vertrauen. Kein Wunder, dass dann selbst in Krisenzeiten kaum mehr jemand der Politik vertraut!

Einem Land zu „dienen“
Queen Elizabeth II. versprach bei ihrer Krönung im Jahr 1953, dass sie ihrem Land „dienen“ wolle. Das sind große Worte, denen die Königin bis zuletzt gerecht wurde. Daran sollten sich unsere Politiker ein Beispiel nehmen.

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