Nachdem der russische Energiekonzern Gazprom die eingestellten Gaslieferungen mit einem technischen Fehler begründet hatte, gab der Konzern jetzt weitere Details bekannt. Aus der Turbine trete Öl aus, das sich entzünden könne. Es handle sich um einen Konstruktionsfehler, der nur durch einen Umbau bei Siemens Energy behoben werden könne.
Aus der Turbine Trent 60 in der russischen Pumpstation Portowaja trete Öl aus an einer Stelle, an der es sehr heiß sei, schrieb das Unternehmen Gazprom am Montag. Dieses Öl könne sich entzünden und in weiterer Folge die Sicherheit der ganzen Pumpstation bedrohen. Bei der Wartung derselben Turbine im Juli sei das Problem noch nicht aufgetreten, es sei aber schon an anderen Turbinen dieses Typs beobachtet worden.
Siemens Energy zweifelt
Daher lasse sich daraus schließen, dass der Fehler in der Konstruktion angelegt sei und sich nur durch einen Umbau bei Siemens Energy beheben lasse, sagte Gazprom. Das deutsche Unternehmen äußerte am Montag jedoch Zweifel an dieser Version. „Solche Leckagen beeinträchtigen im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und können vor Ort abgedichtet werden“, sagte ein Sprecher. In der Vergangenheit sei es wegen solcher Öllecks nicht zu einem Stillstand gekommen.
Diesmal stellte Gazprom aber - wie berichtet - nach einer planmäßigen Wartung der Turbine die Gaslieferungen nach Europa ein. Ein Weiterbetrieb würde die Brand- und Explosionsgefahr erhöhen sowie „den Normen der russischen Gesetzgebung“ widersprechen. Der Gaspreis war daraufhin stark gestiegen.
Regierung: Politische Gründe
Die deutsche Regierung schloss sich der Version von Siemens Energy an. Sie warf Moskau zudem vor, die Gaslieferungen aus politischen Gründen zu verweigern. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) stellt sich bereits darauf ein, dass Russland über Nord Stream 1 gar kein Gas mehr nach Europa liefern wird. „Es kommt noch ein bisschen Gas über die Ukraine-Pipeline, aber dass Nord Stream 1 wieder aufgemacht wird, gehört nicht zu den Szenarien, von denen ich ausgehe“, sagte er am Montagabend im ZDF-„heute journal“.









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