Im libanesischen Hafen Tripoli ist ein Schiff mit Getreide aus besetzten Gebieten in der Ukraine eingelaufen. Das Getreide könnte jedoch gestohlen worden sein, vermutet Kiew. Die geladene Gerste soll über den Hafen von Fedossija auf der Krim exportiert worden sein. Die Umsetzung des Getreideabkommens mit Russland soll hingegen erst am Freitag oder Samstag beginnen.
Der ukrainische Botschafter Igor Ostasch hat den libanesischen Präsidenten Michael Aoun bereits darum gebeten, den Fall aufzuklären. Das aus Syrien stammende Schiff mit Gerste soll am Mittwoch im Hafen Tripoli eingelaufen sein. Kiew vermutet Getreidediebstahl, da es sich dabei nicht um die Umsetzung des Getreideabkommens mit Russland gehandelt habe.
Erstes Schiff könnte planmäßig am Freitag oder Samstag ablegen
Die Kriegsgegner Ukraine und Russland hatten vor einer Woche mit den Vereinten Nationen und der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, um Getreideausfuhren aus der Ukraine über drei Schwarzmeerhäfen zu ermöglichen. Der Hafenbetrieb war nach Kriegsbeginn Ende Februar aus Sicherheitsgründen eingestellt worden. Das ukrainische Militär hatte etwa die Küste vermint, Moskau wurde eine Blockade des Getreides vorgeworfen. Am Freitag kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den baldigen Start der Getreideexporte über das Schwarze Meer an. „Ich denke, dass es heute oder morgen beginnt“, sagte er. Gemeint ist, dass dann das erste Getreideschiff seit Februar ablegen würde.
Verlass auf Russland?
UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths hatte den baldigen Start bereits am Donnerstag angekündigt. Es lägen schon einige beladene Frachter in den Häfen am Schwarzen Meer zur Abfahrt bereit. Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte die EU unterdessen aufgefordert, sich für alternative Exportrouten einzusetzen. Auf das Getreideabkommen mit Russland sei kein Verlass. „Es gibt andere Möglichkeiten: über die Donau, über die Schiene, über die Straße“, sagte er zu den Fernsehsendern RTL und ntv.
Laut ukrainischen Angaben warten noch mehr als 20 Millionen Getreide darauf, ausgeführt zu werden. Die UNO befürchtet wegen der ausbleibenden Lieferungen zunehmend Hungerkrisen, vor allem in Afrika.












Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).