
Corona-Infizierte können sich bald ins Nachtleben stürzen. Der Bund schafft die Quarantäne ab. Clubbetreiber und Stadtpolitiker sind dagegen. Doch was sagen die Gäste? Die „Krone“ hat junge Wiener befragt.
Durch das Ende der Quarantäne durch die Bundesregierung bekommen Corona-Infizierte Zugang zu nahezu allen Lebensbereichen - vorausgesetzt, sie tragen dabei eine FFP2-Maske. Auch der Weg in die Disco steht somit positiv Getesteten frei.
Diese Forderung sorgt jedoch innerhalb der Wiener Clubszene für einen Aufschrei. „Das würde den Nachtlokalen mehr schaden als nützen“, ist Nachtgastrosprecher Stefan Ratzenberger überzeugt.
Ich würde niemals mit dem Virus infiziert fortgehen wollen, es könnte ja sein, dass ich dann jemand anderen anstecke. Es würde mich auch abschrecken, wenn positiv Getestete in Clubs rein dürfen.
Christina Zabka (22), Industriefachfrau
Damit würde man Feiernde reihenweise vergraulen. Und weiters gibt er zu bedenken: „Wer möchte neben einem Kranken tanzen und sich damit in Gefahr begeben? Maske hin oder her.“
Mehr Gratis-Tests wären die bessere Lösung
Besser wäre, stattdessen die Limitierung der Gratis-Tests aufzuheben und so wieder ein sicheres Feiern zu ermöglichen.
Ich erachte diesen Vorschlag für sehr problematisch, weil es sehr schwierig ist, im Club sicherzustellen, dass die Personen die Maske korrekt tragen bzw. überhaupt eine tragen.
David Stadlmann (24), Student
Auch aus dem Büro des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) kommt Ablehnung: „Überhaupt auf die Idee zu kommen, nachweislich infizierte Personen in eines der infektionstechnisch problematischsten Settings - der Nachtgastronomie - hineinlassen zu wollen, ist schon einmal absurd. Aber zu glauben, dass diese dann die Maske brav oben behalten und dass das die Nachtgastronomen kontrollieren könnten, ist völlig realitätsfremd.“
Ich wäre nicht sonderlich abgeschreckt. Wenn ich allerdings in der Situation wäre, würde ich mich besonders gekennzeichnet fühlen und so nicht fortgehen wollen.
Philipp Modliba (25)
Junge Menschen sind ebenfalls skeptisch
Politiker und Branchenvertreter sind demnach klar gegen diese Vorgehensweise, aber was sagt das Partyvolk dazu? „Ich halte nichts von der Idee, weil es schwierig ist, im Club sicherzustellen, dass die Personen die Maske korrekt tragen bzw. sie überhaupt tragen“, sagt David Stadlmann.
Ich persönlich würde positiv keinen Club betreten. Das erwarte ich mir auch von anderen Menschen. Die Maske finde ich störend und abschreckend. Ich würde mich im Club so nicht wohlfühlen.
Hannes Mantler (27), Landwirt
Auch würde man mit Maske bloßgestellt sein, und das wiederum sei ein unangenehmes Gefühl. Weiters gehe es um persönliche Verantwortung. „Ich würde niemals mit dem Virus infiziert fortgehen wollen, es könnte ja sein, dass ich dann jemand anderen anstecke“, sagt Christina Zabka. Es zeigt sich also, dass, auch wenn die Quarantäne-Regel fällt, sich die Partylaune der Wiener stark in Grenzen hält.















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