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„Aktion Regen“: Wissen rettet Frauenleben

Warum ist Geburtenkontrolle wichtig? Wie lässt sich weibliche Genitalverstümmelung verhindern? Was brauchen Mädchen für ein selbstbstimmtes Leben? Eine österreichische Frauenärztin hat in Afrika ein weitreichendes Informationsnetz geschaffen.

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Ein breiter Fluss, ein tiefer See, ein großer Ozean: So imposant diese Gewässer sind, werden sie doch nur aus einzelnen Wassertropfen gespeist. Dieses Bild wuchs in der Wiener Gynäkologin Dr. Maria Hengstberger heran, als sie 1989 die „Aktion Regen, Verein für Entwicklungszusammenarbeit“ gründete. Motto: Wissen als Chance. Auslöser war eine Entwicklungshilfeeinsatz bei Karlheinz Böhm („Menschen für Menschen“) in Äthiopien, wo die Ärztin das Leiden der Frauen und Mädchen durch ungeplante Schwangerschaften, unsachgemäße Abtreibungen, Genitalverstümmelung erlebte.

Für mehr Aufklärung vor Ort entwickelte Maria Hengstberger zahlreiche leicht verständliche Werkzeuge, wie etwa die „Geburtenkette“ (eine Perle für jeden Tag im weiblichen Zyklus) und den „Warum Familienplanung?“-Handschuh. Dieser soll für gezielte Familienplanung sensibilisieren, die weit über die Verhütung hinaus geht. Paare, die gezielt Eltern werden, können ihre Zukunft gestalten, sich ökonomisch absichern und aus alten Zwängen befreien. Das Thema richtet sich auch an junge Männer.

Aus Geldregen wird Bildung

Unterstützen Sie Frauen mit Info-Material, finanzieren Sie eine Ausbildung zum Rain Worker mit  oder einen Platz in einem „Safe Camp“, wo Mädchen sicher vor Beschneidung sind und ihre Familien aufgeklärt werden. Social Media Kampagne für ein Ende von weiblicher Genitalverstümmelung: #TogetherWeEndFG

Die Wissensvermittlung wird durch einheimische „Rain Worker“ (erhalten ein mehrmonatiges Training) in die entlegensten Gebiete von 12 afrikanischen Ländern getragen. Und zwar auf Augenhöhe. Sie wenden sich an Schulen, Jugendgruppen, Gemeindetreffen, Gesundheitseinrichtungen, arbeiten mit religiösen Einrichtungen, Frauen- und Männergruppen. Knapp 700 wurden bereits ausgebildet und haben eine halbe Million Menschen informiert!

Zitat Icon

Wir möchten erreichen, dass weibliche Genitalverstümmelung bald der Vergangenheit angehört!

Dr. Maria Hengstberger, Gynäkologin

Für ihr Lebenswerk erhielt Dr. Hengstberger heuer von LHF Johanna Mikl-Leitner das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes NÖ. Dass wichtigste Ziel für die mittlerweile 81-Jährige: „Wir möchten erreichen, dass weibliche Genitalverstümmelung bald der Vergangenheit angehört!“

Karin Podolak
Karin Podolak
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