Mehrere Feuerwehren im Tiroler Oberland bekamen am Montag die Nachwirkungen der Herz-Jesu-Feuer zu spüren: In Tannheim und in Längenfeld kam es nach den Feuerspektakeln zu Waldbränden. Löschhubschrauber mussten ausrücken.
Zwei Einheimische (47 und 50 Jahre alt) hatten im Tannheimer Ortsteil Berg im Zuge der Herz-Jesu-Feuer am Sonntag eine kleine, abgestorbene Fichte angezündet. Zwar warteten sie nach eigenen Angaben, bis der Baum abgebrannt war, und räumten anschließend auf, der Wind dürfte dann aber in der Nacht ein Glutnest im Waldboden entfacht haben.
Am Montag gegen 9.50 Uhr bemerkte ein Augenzeuge den Waldbrand und schlug Alarm. Mit einem Löschwasserbehälter und der Unterstützung der Feuerwehren Grän und Tannheim bekämpfte der Polizeihubschrauber „Libelle“ die Flammen. Gegen 14.40 Uhr konnte „Brand aus“ gegeben werden, rund 50 Quadratmeter Waldboden waren verbrannt. Auf die Verursacher kommt nun eine Anzeige zu - wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst.
Wenn ein bisschen Glut in einen brennbaren Bereich fällt und dann von etwas Wind angefacht wird, kann es auch zwei bis drei Tage später noch passieren, dass ein Waldbrand aufflackert.
Tobias Praxmarer, Kommandant FF Längenfeld
„Kann man vergleichen mit Handtuch auf Herd“
Auch in Längenfeld endete ein Herz-Jesu-Feuer mit einem Waldbrand: Ein 51-jähriger Einheimischer entzündete am Sonntagabend mehrere Fackeln über einem Felshang im Ortsteil Au. Eine dieser Fackeln dürfte den Hang hinabgefallen sein, woraufhin sich am Montagnachmittag schließlich ein Feuer entzündete. Dass ein Waldbrand erst später ausbricht, ist nichts Ungewöhnliches: „Man kann das vergleichen mit einem Handtuch auf einer Herdplatte. Das brennt auch nicht gleich. Wenn ein bisschen Glut in einen brennbaren Bereich fällt und dann von etwas Wind angefacht wird, kann es auch zwei bis drei Tage später noch passieren, dass ein Waldbrand aufflackert“, erklärt Kommandant Tobias Praxmarer von der FF Längenfeld.
Er stand mit seiner Mannschaft im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Weil das in einem Felshang ausbrach, konnten keine Einsatzkräfte in das Gebiet aufsteigen, um die Flammen direkt am Boden zu bekämpfen. So blieb nur das Löschen mittels Wasserbehälter aus der Luft.
Am Dienstagvormittag stieg wieder Rauch aus dem Waldstück auf. Am Montagnachmittag ging Praxmarer schließlich davon aus, dass der Brand gelöscht ist – auch dank Unterstützung durch den Regen.
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