Auf Größe kommt es an

Wolken, Wolken, nichts als Wolken

Bergkrone
21.06.2022 11:58
Porträt von Bergkrone
Von Bergkrone

Beim Blick in den Himmel stechen Wolken sofort ins Auge. Von zart weiß bis tief schwarz reicht die Farbpalette. Die Höhenpalette reicht vom Nebel im Tal bis zu den Cirruswolken in mehr als zehn Kilometer Höhe. Für Wanderer und Bergsteiger sind aber nur wenige der unzähligen Wolken wirklich relevant. Auf welche es ankommt, verraten wir hier. 

Der Wetterbericht prognostiziert für den Nachmittag vermehrt Quellwolken sowie lokale Regenschauer und Gewitter. Für viele ist so eine Prognose schon ein Ausschlusskriterium um eine Tour überhaupt zu starten.

Für mich nicht.

Ich plane einen möglichst frühen Start um vor den Regenschauern oder Gewittern wieder beim Ausgangspunkt zu sein. Im Laufe der Wanderung ist mein Blick wiederholt zum Himmel gerichtet. Denn nicht jede Wolke birgt für den Wanderer auch eine Gefahr. Deshalb zahlt es sich aus, ein wenig über die Wolken Bescheid zu wissen.

Bei meinem Start zeigen sich nur ein paar kleine Quellwolken am Himmel. Zunächst einmal kein Grund sich Sorgen zu machen. Ich behalte die Wolken im Laufe meiner Wanderung aber im Auge. Wachsen sie an, oder fallen sie wieder zusammen. Solange die Quellwolken im Sommer nicht richtiggehend auftürmen, bleibe ich entspannt.

In aller Ruhe erreiche ich so meinen Gipfel. Im Hinterkopf aber wohl wissend, dass es im weiteren Tagesverlauf noch gefährlich werden kann. Beim Rückmarsch stelle ich fest, dass die Wolken immer höher werden, sie türmen sich richtig gehend auf.

Aber bevor es zu Blitz und Donner kommt bin ich schon längst wieder beim sicheren Ausgangspunkt. Gespannt kann ich nun verfolgen, wie die Quellwolken rund um mich herum mächtig anwachsen. Nach oben hin sehen sie wie ein Karfiol aus. Ein Zeichen, dass viel Energie in der Wolke steckt.

Bei jeder Wanderung oder Bergtour gilt es sich vorab einen Überblick über das Wetter zu verschaffen. Ist man draußen unterwegs, sollte man die Entwicklung der Quellwolken gerade an etwas unsicheren Tagen stets im Auge behalten. Solange die Wolken nicht mächtige hohe Türme ausbilden, bleiben sie im Sommer im Regelfall harmlos. Schießen sie aber zinnenförmig in die Höhe, ist es höchste Zeit einen sicheren Platz anzusteuern. Denn ein Gewitter in den Bergen will wahrscheinlich keiner erleben.

„Bergkrone“-Autor Gerhard Hohenwarter ist Meteorologe, Gletschermesser und Bergwanderführer, der seine Freizeit am liebsten in den Bergen verbringt und dabei immer versucht, zu seinen Touren mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Österreichweit hält Gerhard Vorträge rund ums Thema Bergwetter. 

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