Meteorologe Christian Zenkl erklärt, welche „Zutaten“ es für ein derart gravierendes Unwetter wie jenes am Pfingstsonntag braucht. Die Temperatur allein sagt noch nichts über die Gefahr aus.
Größere Hitze ist gleich größere Unwettergefahr – diese Gleichung will Meteorologe Christian Zenkl vom Wettercafé Innsbruck nicht unterschreiben. Er nennt andere Faktoren rund um Sturmtief „Maya“.
. . . zur Rolle der Temperatur: Es ist nicht entscheidend, ob es in Bodennähe 28 oder 32 Grad hat. Es geht um den Zustand der Atmosphäre in bis zu zwölf Kilometer Höhe. Konkret darum, welche Luftmassen sich begegnen und aus welchen Richtungen und wie stark der Wind bläst.
. . . zum Pfingstsonntag: Eine kleinräumige Kaltfront näherte sich aus Westen und drängte schwerere Luftmassen an die Nordalpen. Beim Überströmen der Berge kam es zu Fallwinden mit teils über 100 km/h und ersten Schäden. Gleichzeitig stieg der Luftdruck hinter dieser Front markant an und führte zusätzlich zu Luftströmungen (westlich bis nördlich). Als Draufgabe noch die Fallböen, welche in Gewitternähe als „Downbursts“ auftreten. In der Höhe jedoch strömte relativ warme Luft aus südlicher Richtung. Diese Winddrehung mit der Höhe sorgte zusätzlich für eine Hebung der Luftmassen und wenn diese tausende Meter aufsteigen, kondensiert sehr viel Wasserdampf zu mächtigen Gewitterwolken, Cumulus Nimbus genannt. Bis über zwölf Kilometer Höhe reichten einige dieser Wolken und produzierten weiträumig heftige Güsse und lokal großen Hagel.
. . . über die Vorhersagbarkeit von Hagel: Anhand der Wettermodelle lässt sich Tage zuvor das Hagel-Potential abschätzen. Wo genau und wann, weiß man aber nicht einmal zwölf Stunden zuvor. Für sehr kurzfristige Prognosen (Minuten bis wenige Stunden) helfen Radarbilder, die auf vielen Wetterseiten inkludiert sind. Hagelkörner reflektieren die Radarstrahlen besser als Regentropfen, die „giftigsten“ Zellen sind auch für Laien anhand der Farbe recht gut erkennbar.
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