Europa-Traum geplatzt

Am Ende kamen Torjäger Giacomo Vrioni die Tränen

Tirol
30.05.2022 08:12

Der Europacup bleibt für die WSG Tirol nur ein Traum: Nach dem 2:1 am Tivoli siegte Rapid Wien am Sonntag auch in Hütteldorf mit 2:0. Im vierten Spiel in zehn Tagen fehlte der Silberberger-Elf dann doch der letzte Punch. Torschützenkönig Giacomo Vrioni nach der Niederlage: „Das tut mir weh.“

Selbst bei einem Gegentor, hatte WSG-Trainer Thomas Silberberger am Sonntag kurz vor Anpfiff gemeint, müsse man nicht die Fassung verlieren: „Wir brauchen dann immer noch zwei Tore.“

Die Fassung verloren die Tiroler auch nicht, als Ljubicic mit neuer Frisur (Braids) und bester Schusstechnik nach einer halben Stunde Rapid 1:0 in Front und damit gesamt 3:1 in Führung gebracht hatte. Aber spürbar war der Hänger schon. Der Elan, die Sache noch herumzureißen, war nicht zu spüren.

Das wäre wohl anders gewesen, wenn Rogelj in der 11. Minute die lange Ecke nicht um Zentimeter verfehlt hätte (oder Vrioni besser hineingerutscht wäre). Das wäre der richtige Antrieb für die Europacup-Ambitionen der WSG gewesen.

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Nur ein kleiner Schritt hat zum Europacup gefehlt. Das tut mir weh.

Torjäger Giacomo Vrioni

Nach Seitenwechsel rissen sich die Tiroler noch einmal am Riemen, erhöhten den Druck, ja schnürten die Wiener phasenweise sogar in ihrer Hälfte ein. Doch Gefährliches blieb Mangelware. Ein Kopfball von Behounek (70.) und eine Chance des eingewechselten Ogrinec (77.) - ins Tor ging jedoch nur der Ball von Rapids Binder bei einem Konter, 0:2 (87.). Beim Schlusspfiff brach Torschützenkönig Giacomo Vrioni in Tränen aus: „Nur ein kleiner Schritt hat zum Europacup gefehlt. Das tut mir weh.“

Trophäe, Applaus und ein Busserl
Kurz vor dem Interview mit Bezahl-Sender Sky wurde Giacomo Vrioni die Trophäe für den Torschützenkönig übergeben, die Mannschaft applaudierte dem Italo-Albaner geschlossen, Trainer Thomas Silberberger umarmte seinen Torjäger und Präsidentin Diana Langes drückte ihm ein Busserl auf die Wange.

Die Chefin war direkt aus Monaco zum Match nach Wien gekommen. Dort hatte sie die Formel 1-Woche erlebt und bestaunt - das Rennen selbst aber ließ Diana links liegen. Beim letzten Saisonspiel ihrer „Buam“ live dabei zu sein, war einfach Ehrensache.

Und stolz konnte sie am Ende trotz der 0:2-Niederlage sein. Die WSG-Truppe hatte alles in die Waagschale geworfen, um den Europacup-Traum doch noch wahr zu machen. Auch Silberberger zog seine Kappe vor seiner eigenen Mannschaft: „Wir haben einen tollen Auftritt hingelegt, es hat uns nur an Effizienz gefehlt. Im Europacup-Playoff gescheitert sind wir wegen der ersten 20 Minuten am Tivoli, da waren wir einfach nicht präsent genug.“

Saison für WSG wie Achterbahnfahrt
Vielleicht war’s am Ende auch eine gewisse mentale Müdigkeit. Die ganze Saison war eine mörderische Achterbahn, vor wenigen Wochen galten die Wattener noch als Abstiegskandidat Nummer 1 - nun darf sich die WSG Fast-Europacup-Starter nennen und stellt sensationellerweise den Torschützenkönig. Ein kometenhafter Aufstieg. „Und im Vorjahr habe ich noch gesagt: Der Auftritt von Nikolai Baden-Frederiksen wird nicht zu toppen sein. Nach der Saison von Vrioni sage ich aber gar nichts mehr“, lächelte Silberberger, „vielleicht kommt ja in ein paar Tagen der nächste Narrische von Juventus, der wieder alles in den Schatten stellt.“

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