Di, 22. Jänner 2019

Zu wenige Pfleger

08.05.2011 17:21

Experte warnt vor dem Kollaps des NÖ-Pflegesystems

Die Betreuung älterer und kranker Menschen gewinnt an Bedeutung. Künftig werden um 50 Prozent mehr Fachkräfte dafür benötigt. Dazu braucht es jedoch neue Wege der Ausbildung. "Und zwar rasch", schlägt Hilfswerk-Präsident Herbert Nowohradsky Alarm: "Sonst bricht das Pflegesystem zusammen!"

Daheim den Lebensabend genießen, umsorgt von der Familie – das war einmal. Heute kümmern sich 4.000 Pflegekräfte in Niederösterreich um Alte und Kranke, rund die Hälfte davon stellt das Hilfswerk. Nowohradsky: "In zehn Jahren werden wir bereits 2.000 Heimhelferinnen und Krankenbetreuer zusätzlich brauchen."

Schon jetzt herrscht vor allem im mobilen Pflegebereich – also bei der Versorgung der Betroffenen in den eigenen vier Wänden – oft Personalmangel. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird sich die Situation weiter verschärfen: "Spätestens wenn die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre in Pension gehen", so Nowohradsky.

Um den drohenden Kollaps des Pflegesystems abzuwenden, fordert der Fachmann eine Reform der Ausbildung. Diese können Interessierte derzeit erst mit 17 Jahren beginnen – ein Alter, in dem viele Junge jedoch schon eine andere Job-Wahl getroffen haben. Als Ausweg sieht Nowohradsky Höhere Lehranstalten mit Pflegeschwerpunkt. Aber die Zeit drängt: "Dieses Schulangebot muss in drei bis vier Jahren stehen!"

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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