Verzögerungen gewollt

Gibt es in Wien wirklich kein Stauproblem?

Viele Wiener jammern über den Stau in der Stadt. Nun lässt der ÖAMTC aufhorchen: Die Stadt hat kein Stauproblem, Verzögerungen bei Kreuzungen wirken aber wie gewollt.

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Bis 2040 sollen die Emissionen aus dem Straßenverkehr auf null sinken, wie die Stadt bei der Präsentation des Wiener Klima-Fahrplans am Freitag verkündete. „Wir meinen es wirklich ernst. Null ist Null“, sagte dazu Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

Zwar weist Wien im Bundesländervergleich des Straßenverkehrs bereits mit Abstand die geringsten CO2-Emissionen pro Kopf aus, dennoch haben die Emissionen des Verkehrs zugenommen. Der motorisierte Individualverkehr muss also weniger werden, der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2040 abgeschlossen sein. Wird das gelingen?

Verzögerungen nur an vereinzelten Kreuzungen
„Im Gegensatz zu anderen Großstädten hat Wien kein Stauproblem“, sagt Matthias Nagler vom ÖAMTC. Das sehen sicher jene, die im Frühverkehr auf der Tangente im Schritttempo unterwegs sind, anders.

„Verzögerungen gibt es hauptsächlich an einzelnen Kreuzungen oder Engstellen, deshalb wird mitunter der Eindruck erweckt, dass mancher Rückstau durchaus gewollt ist“, so Nagler weiter. Eine Politik, die ja schon die Grünen gelebt haben. Welche Kreuzungen zu den am stärksten befahrenen zählen, konnte die Stadt nicht beantworten.

Smarte Ampeln erwünscht
Was es aber dennoch brauche, sei ein intelligentes Verkehrsmanagement, was durch die Digitalisierung auch möglich sei, etwa mit smarten Ampeln. „Damit könnten etwa Öffis bevorzugt werden, ansonsten können sie auf den Auto- und Radverkehr abgestimmt werden“, erklärt Günther Schweizer, Landesgeschäftsführer vom ARBÖ Wien und ergänzt: „Zudem muss die Stadtstraße samt Lobautunnel gebaut werden, damit die Verkehrsbelastung sinkt.“

Mit Blick auf die Klimaziele ist auch der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur nötig. Denn bereits jetzt steigen die Zulassungszahlen. Ein erster kleiner Schritt, um 2040 emissionsfrei zu sein.

Was gilt es im Wiener Verkehr zu verbessern? Schreiben Sie uns in den Kommentaren oder unter wien@kronenzeitung.at.

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