Linzer ringt mit Tod

Verbrennungsopfer liegt in Zimmer ohne Spiegel

Falls jener Linzer, der in der Voest ins 450 Grad heiße Zinkbad gefallen ist, überlebt und wieder aufwacht, wird er dies in einem Spitalszimmer ohne Spiegel tun. Denn diese sind an der Schwerverbranntenabteilung des Wiener AKH tabu. Hier stellt man sich darauf ein, dass der Linzer noch viele Wochen hier bleiben muss.

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„Er lebt“, sehr viel mehr will Christine Radtke, Leiterin der Sonderabteilung für Verbrennungsopfer, nicht über den Zustand des 49-jährigen Linzer Bosniers sagen. Man stellt sich auf einen langen, sehr langen Weg zurück ein und hofft, dass man das Leben des Linzers retten kann. Über den Berg ist er noch lange nicht.

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Sind ein hoch qualifiziertes und gut eingespieltes Team, wo Patienten, wie dieser schwerst verletzte Linzer, in besten Händen sind.

Christine Radtke, Leiterin der Abteilung für Schwerverbrannte

Die Verbrennungen durch das 450 Grad heiße Zink sind sehr tief, da der Arbeiter einer Fremdfirma ja nicht darauf vorbereitet war, mit dem flüssigen Metall in Berührung zu kommen. Daher trug er auch keine für solche Hitze ausgelegte Schutzkleidung, als er von einer provisorischen Abdeckung in das zwei Meter tiefe Zink-Bad stürzte und darin bis zur Hüfte versank.

Künstlicher Tiefschlaf
Der Linzer, der schwere Verbrennungen an der Hälfte seines Körpers erlitten hatte, könnte die Schmerzen nicht ertragen, er liegt im künstlichen Koma. Bei solchen Patienten ist ein Pfleger nur für ihn zuständig, im Dreischichtsystem, 24 Stunden, sieben Tage die Woche.

Sollte der Linzer wieder die Augen aufschlagen, wird er zuerst von Psychologen auf seine großen Wunden und Narben vorbereitet, denn ganz genesen werden die Verbrennungen nie. Daher gibt’s im Patientenzimmer keine Spiegel. Brandopfer sollen vorher wissen, was auf sie zukommt.

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