11.01.2022 07:21 |

Bergung in Tirol

Dramatischer Nachteinsatz für verletzten Skifahrer

Der perfekten Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen verdankt ein am Sonntagabend in Brixen im Thale (Bezirk Kitzbühel) verunglückter Skifahrer sein Leben: Während Bergrettung und Notarzt den Belgier stabilisierten und vorübergehend sogar in einer Garage versorgen mussten, startete der Notarzthubschrauber RK-2 im weit entfernten Reutte. Er flog das Opfer in die Klinik.

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„Ich bin schon viele Jahre Bergretter, an einen ähnlichen medizinisch so fordernden Nachteinsatz kann ich mich aber nicht erinnern“, sagt Ortsstellenleiter Anton Ager von der Bergrettung Westendorf. Dabei deutete zunächst wenig auf die sich entwickelnde Dramatik hin.

Ein 71-jähriger Belgier war auf der Talabfahrt im Skigebiet Brixen im Thale gestürzt und hatte sich dabei schwer im Brust- bzw. Gesichtsbereich verletzt. Seine Begleiter schlugen gegen 19.50 Uhr Alarm.

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Wir konnten bis knapp unter die Unglücksstelle mit dem Auto zufahren und haben den Patienten, der unter anderem über Schmerzen in der Brust klagte, erstversorgt.

Anton Ager

„Wir konnten bis knapp unter die Unglücksstelle mit dem Auto zufahren und haben den Patienten, der unter anderem über Schmerzen in der Brust klagte, erstversorgt“, schildert Einsatzleiter Ager. Mit dabei im 19-köpfigen Einsatzteam waren auch zwei Alpin–Medics – Bergretter mit spezieller medizinischer Ausbildung.

Zustand verschlechterte sich
Sie stellten eine schlechte Sauerstoffsättigung beim Patienten fest und versorgten den Belgier folglich mit Sauerstoff. „Die Maßnahme zeigte Wirkung, wir haben den Mann dann zu einem Bauernhof 300 Meter unter der Unfallstelle gebracht und in einer Garage weiterversorgt“, schildert Ager. Allerdings verschlechterte sich sein Zustand wieder.

Heli aus Reutte angefordert
Der mittlerweile eingetroffene Notarzt des Roten Kreuzes musste das Opfer intubieren, ein rascher Transport des 71-Jährigen in die Klinik war indiziert. Die Leitstelle nahm daraufhin unverzüglich mit dem Notarzthubschrauber RK-2 in Reutte Kontakt auf. Denn der RK-2 fliegt als einziger Heli in ganz Tirol auch noch nach Sonnenuntergang.

Dem rettenden Engel stand Wetterglück zur Seite
„Zum Glück passte das Wetter, wir sind gegen 21.45 Uhr nach Brixen gestartet“, erzählt Pilot Jörg Rudolf Straub. 30 Minuten dauerte der Flug mithilfe von Restlichtverstärkern, die Feuerwehr leuchtete einen Landeplatz bei der Talstation aus. Auch der Patient war schon mit dem Auto für die Übergabe dorthin gebracht worden.

Gegen 23 Uhr hob der RK-2 mit dem Belgier an Bord ab, wenige Minuten später war der 71-Jährige auf der Intensivstation der Klinik. Er befand sich am Montag außer Lebensgefahr und in stabilem Zustand.

Einsatz auch im Zillertal
Auch die Bergrettung von Gerlos musste übrigens am Sonntag nach Betriebsschluss der Bergbahnen ausrücken: Ein Holländer (30) hatte sich gegen 17.30 Uhr bei einem Sturz auf der Isskogel-Talabfahrt eine Schulterverletzung zugezogen. Er wurde mit Unterstützung der Pistenrettung ins Tal zu einem Arzt gebracht. Dabei handelte es sich bereits um den sechsten Einsatz nach Betriebsschluss in den vergangenen 14 Tagen!

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