01.01.2022 12:35 |

Optimismus trügerisch

Omikron wird für Ungeimpfte „richtig gefährlich“

Auch der Jahresbeginn 2022 hält keine wirkliche Verschnaufpause in Sachen Corona-Pandemie bereit. Während die Infektionszahlen im Land aufgrund der Omikron-Variante wieder deutlich ansteigen, mehrten sich zuletzt Hoffnungen, dass ein Erkrankungsverlauf damit womöglich „milder“ ausfallen könnte. Eine Entwarnung ist das aber nicht, denn besonders für Ungeimpfte über 60 dürfte die neue Corona-Welle „richtig gefährlich“ werden, erklärt Virologe Christian Drosten.

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Lange Quarantänezeiten, gepaart mit einer Mutation, die sich wesentlich schneller ausbreitet als alle anderen zuvor. Das Pandemiejahr 2022 könnte neuerlich zu einer gewaltigen Herausforderung für das Gesundheitspersonal sowie die kritische Infrastruktur werden. Ganz spurlos dürfte Omikron jedenfalls nicht an Österreich vorbeigehen - schon jetzt schickt sich die Variante an, dominant zu werden.

Zwar gibt es auch Hoffnungen, dass es sich nun um die womöglich letzte Infektionswelle handeln könnte, die noch dazu mit weniger schweren Verläufen einhergeht, die konkreten Aussagen zur künftigen Entwicklung sind allerdings noch vage. Wissenschaftler warnen jedenfalls, die neue Variante auf die leichte Schulter zu nehmen.

Drosten: „Die sind jetzt natürlich richtig in Gefahr“
Besonders für Ungeimpfte bedeutet Omikron nämlich keinerlei Entwarnung, erklärte der bekannte Virologe Christian Drosten rund um den Jahreswechsel im „Deutschlandfunk“. Besonders betroffen seien dabei die Über-60-Jährigen, „und die sind jetzt natürlich richtig in Gefahr, also für die wird es jetzt richtig gefährlich“, mahnte der Wissenschaftler.

Verlauf für alle milder?
Er spielt damit auf aktuelle Studien an, die zuletzt erklärten, dass Omikron-Verläufe zwar etwas milder verlaufen als jene der Delta-Variante, jedoch in Sachen Gefährlichkeit zwischen der Ursprungsvariante und Delta liegt. Dazu kommt eine Verdopplungszeit von rund zwei Tagen, die für
deutlich mehr Ansteckungen führt.

Die besten Karten haben dabei all jene, die sich bereits dreifach gegen das Virus impfen haben lassen, von einer Erkrankung genesen sind oder im besten Fall sogar bereits beides hinter sich haben. Während Personen, die bereits geboostert sind, nur noch mit einem etwa 20-prozentigen Risiko rechnen müssen, haben Ungeimpfte auch mit der neuen Variante noch ein Risiko von drei Viertel im Vergleich zu Delta, im Krankenhaus zu landen.

Zu viel „Halbwissen“ im Umlauf
Es gelte daher weiterhin, möglichst viele Menschen zu einer Impfung zu
motivieren. Denn: „Was mir auffällt, ist weiterhin Unkenntnis, Halbwissen - und das in großem Selbstbewusstsein vorgetragen.“ Auch Aussagen wie ‚Ich will mich mit diesem Virus infizieren, das stärkt das Immunsystem‘ oder ‚Naja, jetzt stärken wir doch mal unser Immunsystem, dann wird das schon alles nicht so schlimm sein‘ habe er bereits ansprechen müssen, sagte Drosten.

Dass man sein Immunsystem gegen solche schweren Infektionen wie SARS ganz allgemein stärken könne, sei offenbar eine so verbreitete Fehlauffassung, dass sie auch einen Teil der Impfunwilligkeit erkläre „und einen Teil unseres gesellschaftlichen Problems“. Verunsichernde Botschaften würden dabei zum gesellschaftlichen Problem.

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