31.12.2021 18:43 |

Lobau-Camp angezündet

Klima-Aktivistin: „Häuser brennen, Träume nicht“

Nachdem eine Holzhütte im Aktivisten-Camp der Lobau-Demonstranten in Wien-Donaustadt in der Nacht auf Freitag ein Raub der Flammen wurde, geben sich die Klimaschützer kämpferisch. Lena Schilling von der Fridays-for-Future-Bewegung schrieb etwa auf Twitter, dies sei „einer der schwersten Tage ihres Lebens“. Dazu postete sie ein Foto, auf dem vor der Brandruine ein Plakat mit der Aufschrift „Häuser brennen, Träume nicht“ zu sehen ist. Die Polizei geht unterdessen von Brandstiftung aus, auch der Verfassungsschutz ermittelt. 

„Wir haben eine Welt zu gewinnen und Menschen, die auch heute zusammenstehen. Danke euch allen!“, schrieb Schilling, die auch als Sprecherin für die Bewegung #LobauBleibt agiert, auf Twitter. Auch andere Aktivisten schrieben, sie würden mit ihrem Protest weitermachen: „Gebäude kann man anzünden, aber unseren Widerstand niemals verbrennen.“

Die Polizei ermittle die Brandursachen, betonte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im ORF. „Von daher liegt es jetzt in der Sache der Behörden und ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass ein rechtsfreier Raum in einer Stadt kein Vorteil ist“, so Ludwig.

Man gehe von einer Brandlegung aus, hieß es am Freitag vonseiten der Exekutive. Jene acht Aktivisten, die sich zum Zeitpunkt des Feuers in der Hütte befanden, hatten noch versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen, jedoch vergeblich. „Wer immer dafür verantwortlich ist, muss gewusst haben, dass sich im Witterungsschutz Personen befanden“, so Schilling. „Wir sind schockiert, aber wir werden uns nicht von unserem Ziel abbringen lassen.“

Grüne sprechen von „versuchtem Mord“
Georg Bürstmayr, Sicherheitssprecher der Grünen im Parlament, zeigte sich am Freitagnachmittag fassungslos: „Da waren Menschen in akuter Lebensgefahr! Nach allem, was uns jetzt an Informationen vorliegt, müssen wir von mehrfach versuchtem Mord sprechen.“ Er forderte eine „rasche und gründliche“ Untersuchung des Vorfalls. Auch der Klimaschutzsprecher der Grünen, Lukas Hammer, bezeichnete den Vorfall als „schockierend“: „Sollte sich der mutmaßliche Brandanschlag bewahrheiten, wäre das ein noch nie dagewesener Angriff auf das Leben junger Klima-Aktivisten.“

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