26.12.2021 11:51 |

Österreicher darunter

Bayern: Immer mehr wollen Impfzertifikat ergaunern

In Grenzgebieten in Bayern verzeichnet die Polizei immer mehr Fälle, bei denen sich Personen durch gefälschte Nachweise in deutschen Apotheken digitale Impfzertifikate ergaunern wollen. Die Mehrheit der Ertappten stamme aus dem Ausland, teilte das Landeskriminalamt in München mit, auch aus Österreich. Drei Österreicherinnen, die dabei aufgeflogen waren und kurzzeitig festgenommen wurden, mussten eine Sicherheitsleistung „im vierstelligen Euro-Bereich“ zahlen, ehe sie wieder in die Heimat durften.

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Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten meldete zuletzt, dass bei mehr als drei Viertel der etwa 100 aufgeflogenen Betrugsversuche im Landkreis Lindau am Bodensee die Beschuldigten außerhalb Deutschlands wohnten. Oft würden in solchen Fällen vermeintliche Nachweise von deutschen Impfzentren oder Arztpraxen vorgelegt, teilte das LKA mit. „Daher erscheint auch die Vorgehensweise erklärbar, dass grenznahe deutsche Apotheken aufgesucht werden.“ Die Einträge darin stammten aber meist nicht nur aus der jeweiligen Region, sondern aus Impfzentren in ganz Deutschland.

Geschäft mit gefälschten Impfpässen blüht
Warum sich Impfbetrüger aus Österreich und der Schweiz deutsche Apotheken als Ziele aussuchen, konnte der LKA-Sprecher ebenso wenig beantworten wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten. Allerdings gebe es Hinweise auf einen Handel mit gefälschten Impfpässen aus Deutschland in die Nachbarländer. Bei Postsendungen und Kurierfahrten sei es schon „zu umfangreichen Sicherstellungen von gefälschten Impfnachweisen mit Eintragungen aus deutschen Impfzentren beziehungsweise Arztpraxen“ gekommen.

Wer beim Betrugsversuch erwischt werde, müsse mit empfindlichen Geldstrafen rechnen, teilte das Polizeipräsidium in Kempten mit. Schon der Versuch, mit einem gefälschten Impfnachweis ein Zertifikat zu bekommen, gelte als Straftat.

Drei Österreicherinnen ertappt
So wurden in den vergangenen Woche drei Frauen - eine Anfang Dezember, die beiden anderen in der vergangenen Woche - mit Wohnsitz in Österreich beim versuchten Impfpassbetrug ertappt. Sie mussten Polizeiangaben zufolge eine Sicherheitsleistung „im vierstelligen Euro-Bereich“ zahlen, bevor sie wieder nach Österreich ausreisen durften. Gegen sie wird nun wegen Urkundenfälschung ermittelt.

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