Ried im Innkreis

„Familientyrann“ brach beim Prozess zusammen

War’s das schlechte Gewissen? Der Prozess gegen einen Familientyrann in Ried im Innkreis in Oberösterreich wurde am Freitag abrupt beendet. Der Kosovare (50) erlitt im Gerichtssaal einen Kollaps. Der Notarzt kam, es war vermutlich der Kreislauf. Der Beschuldigte soll seine Frau und die Kinder sadistisch gequält haben.

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Fußtritte, Faustschläge, Übergießen mit eiskaltem Wasser und dann stundenlanges Stehen neben dem geöffneten Fenster – es ist eine Liste des Bösen, welche die Anklage dem 50-jährigen Kosovaren aus dem Bezirk Braunau vorwarf. Er soll seit 2005 seine drei Töchter, den Sohn und auch seine Frau sadistisch gequält und geschlagen haben. Der Beschuldigte soll seine Kinder auch im Winter auf den Balkon ausgesperrt oder den Sohn aus der Küche gesperrt haben, damit er sich nichts zu essen holen kann.

Drei der Opfer erstatteten gemeinsam Anzeige
Inzwischen sind die Kinder zwischen 16 und 22 Jahre alt: Zwei Töchter und der Sohn haben den Vater angezeigt. Laut dem Gutachten von Psychiaterin Adelheid Kastner ist der Familientyrann zurechnungsfähig, weist aber eine hochgradige Persönlichkeitsstörung auf. Die Rieder Staatsanwaltschaft hat deshalb die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Straftäter gestellt. Der Strafrahmen bei einer Verurteilung nach dem StGB 107 (fortgesetzte häusliche Gewaltausübung) beträgt bis zu 15 Jahre.

Das Verfahren wurde auf nächste Woche vertagt
Am frühen Nachmittag kippte der Kosovare im Prozess vom Sessel, während ein Zeugen-Video lief. Der Kreislauf! Er ist in U-Haft. Der Prozess wurde auf 17. Dezember vertagt.

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