10.12.2021 14:50 |

Die Wüste lebt

DesertX: Ducati bringt echte Enduro mit zwei Tanks

Es ist ja nicht so, dass Ducati keine Enduros im Programm hätte, aber wer wirklich intensiv ins Gelände will, wird sich wohl eher keine Multistrada zulegen. Ab Frühjahr haben die Italiener aber auch für Offroad-Freaks etwas im Angebot: die Ducati DesertX

Man ist von vornherein geneigt, den Marketingtext zu glauben: „Wüstendünen, schmale Offroad-Pfade, Schotterstraßen und bergige Serpentinen: Mit der DesertX kennen Reiseträume keine Grenzen mehr.“

Schon die Bereifung ragt aus der Modellpalette heraus: ein 21-Zoll-Vorderrad und ein 18-Zoll-Hinterrad, bestückt mit Pirelli Scorpion Rally STR, 90/90-21 vorn und 150/70 R18 hinten. Mit einem Federweg von 230 mm vorn und 220 mm hinten bekommen sie angemessenen Spielraum. Die Räder laufen an einer 46-mm-Upside-Down-Gabel von Kayaba bzw. einer Aluminiumschwinge mit Kayaba-Federbein. Beide Elemente sind in Zug- und Druckstufe sowie Vorspannung einstellbar. Die Bodenfreiheit ist mit 250 mm großzügig bemessen, ein Motorschutz hilft, wenn die 25 Zentimeter nicht reichen.

Gebremst wird vorn mit zwei 320-mm-Scheiben und Brembo-M50-Monoblock-Radialsätteln, hinten mit einer einzelnen 265-mm-Scheibe mit einem Zweikolben-Schwimmsattel. Das adaptier- und abschaltbare Kurven-ABS ist Serie.

Ungewöhnliche Tank-Lösung
Die Sitzhöhe beträgt 875 mm, es werden auch eine niedrigere Sitzbank sowie ein Tieferlegungssatz angeboten. Das Bike, dessen Design offensichtlich an das der Cagiva Elefant (Anfang der 90er-Jahre) angelehnt ist, hat einen neuen Gitterrohrrahmen aus Stahl und bringt trocken 202 kg auf die Waage. Das Gewicht entspricht dem der Multistrada V2, dürfte sich hier mit Flüssigkeiten also auf 226 kg summieren. Der Tank fasst 21 Liter (Multistrada: 20 Liter). Der Verbrauch soll bei 5,6 Liter auf 100 Kilometer liegen.

Wer mehr Sprit benötigt, kann einen zusätzlich zum klassisch angebrachten Spritfass einen Extra-Tank ordern, der am Heck angebracht wird und acht Liter fasst. Er wirkt wie eine Verkleidung links und rechts von der Sitzbank. Der Kraftstofftransfer vom hinteren zum vorderen Tank kann bequem über das Display aktiviert werden, sobald der Kraftstoffstand im Haupttank unter ein bestimmtes Niveau fällt.

Windschild fix
Die Kunststoffteile vorn sind tatsächlich eine Verkleidung. Sie geht über in einen Windschild, der nicht in der Höhe verstellbar, aber durch einen höheren aus dem Zubehör ersetzbar ist. Unterhalb befindet sich die Doppelscheinwerfer-Einheit, die mit zwei zarten, runden LED-Tagfahrlichtern leuchtet. Die komplette Beleuchtung besteht aus LEDs.

Die Ergonomie wurde mit dem Ziel geplant, dass man sowohl auf Asphalt als auch im Gelände, im Stehen, entspannte Kontrolle über das Motorrad hat. Auch der Sozius soll bequem sitzen können.

Der flüssigkeitsgekühlte Testastretta-V2-Motor mit 937 ccm und desmodromischer Ventilsteuerung ist im Prinzip aus Monster und Multistrada bekannt, hier leistet er 110 PS bei 9250/min und stellt bei 6500/min. ein maximales Drehmoment von 92 Nm zur Verfügung.

Im Vergleich zur Multistrada V2 ist das Getriebe (mit Quickshifter) anders übersetzt: Die Gänge eins bis fünf sind kürzer, insbesondere die ersten beiden. Der sechste Gang ist besonders lang ausgelegt.

Zusätzlich zu den Riding Modes Sport, Touring, Urban und Wet gibt es den neu abgestimmten Modus Enduro und den neu eingeführten Modus Rallye. „Enduro“ soll unter anderem weniger erfahrenen Fahrern einen Abstecher ins Gelände ermöglichen. „Rallye“ hingegen, mit voller Motorleistung und reduzierter elektronischer Steuerung, ist für erfahrenere Fahrer gedacht, die das Beste aus der Offroad-Performance der DesertX herausholen wollen.

Hochauflösendes Display mit Trip-Master-Modus
Das Fünf-Zoll-TFT-Display ist vertikal ausgerichtet und bietet zwei Anzeigemodi zur Auswahl: Standard und Rallye. Bei der Option Standard werden alle für den Betrieb auf der Straße relevanten Informationen angezeigt: Der Drehzahlmesser und die Geschwindigkeitsanzeige sind gut sichtbar, ebenso wie der eingelegte Gang, die Benzinanzeige und andere nützliche Fahrinformationen. Die Trip-Master-Funktion ist Teil des Anzeigemodus Rallye. Sie simuliert die Funktionsweise des Trip Masters, der in Rallye-Motorrädern verwendet wird, und ermöglicht die manuelle Einstellung der Kilometeranzeige mit den Tasten der linken Bedieneinheit.

Das Display ist für die Verwendung des Ducati Multimedia Systems vorbereitet, mit dem der Fahrer sein Handy verbinden und somit Funktionen wie Musik und eingehende/ausgehende Anrufe oder die Turn-by-Turn-Navigation (optional) bedienen kann. Die Informationen zu diesen Features werden direkt auf dem Display angezeigt.

Als Zubehör lassen sich Alukoffer und Topcase (insgesamt 117 Liter), Hauptständer, Heizgriffe, Zusatzscheinwerfer und ein zugelassener Termignoni-Auspuff ordern. Mit ihm kommt ein spezielles Mapping, das die Leistungs- und Drehmomentwerte um sieben Prozent steigert.

Ab Mai 2022 steht die Ducati DesertX zum Preis von 18.395 bei den Händlern.

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