30.11.2021 14:00 |

Nach Chemieunfall

AustroCel produziert ab Jänner wieder

Produktion bei AustroCel steht seit dem Unfall am 2. Juni - Kurzarbeit für die 290 Mitarbeiter endet Ende November - Ab Februar wieder Auslieferung

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Genau ein halbes Jahr nach dem Gasunfall in der Firma AustroCel in Hallein (Tennengau), bei dem ein Arbeiter ums Leben gekommen ist, hat das Unternehmen am Dienstag die geplante Wiederinbetriebnahme des Werks bekanntgegeben. Im kommenden Jänner sollen die Maschinen wieder hochgefahren und die Zellstofferzeugung aus Nadelholz begonnen werden. Ab Ende Februar sollen die Kunden wieder beliefert werden.

Seit dem Unfall am 2. Juni ist der Betrieb in Hallein stillgestanden. Damals war in der Zellstoffkocherei eine Gasdruckleitung gerissen. Ein Arbeiter wurde vom knapp 170 Grad heißen Schwefeldioxid getroffen und tödlich verletzt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Ursache des tragischen Unfalls sind noch nicht abgeschlossen.

AustroCel hat nun mit dem TÜV und anderen externen Experten eine umfassende Sicherheitsanalyse des gesamten Werks durchführen lassen. Auf Basis der Empfehlungen hat das Unternehmen organisatorische und technische Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit unternommen. So wurden die Rohrleitungen mit einer Gesamtlänge von drei Kilometern technisch überprüft und gewartet. Weiters hat AustroCel Reparaturen durchführen lassen, Anlagenteile ersetzt und eine zusätzliche elektronische Sicherheitssteuerung installiert. Um für den regulären Betrieb gerüstet zu sein, endet die Kurzarbeit für die gesamte Belegschaft wie geplant mit Ende November.

Im Jänner 2022 sollen alle Anlagenteile und die Steuerung der Zellstoffkocherei noch einmal getestet und Druckproben durchgeführt werden, ebenfalls im Beisein von externen Fachleuten. Erst dann werden die zuständigen Behörden über die Genehmigung für die Zellstoffproduktion entscheiden, wobei AustroCel davon ausgeht, dass der reguläre Produktionsbetrieb danach zügig aufgenommen werden kann. Ende Februar soll wieder mit der Auslieferung begonnen werden.

AustroCel Hallein erzeugt Textilzellstoff aus Nadelholz und beschäftigt derzeit rund 290 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt bei 130 Millionen Euro. In der Bio-Raffinerie werden bis zu 160.000 Tonnen Viskosezellstoff und 100 GWh Fernwärme sowie 100 GWh Grünstrom produziert. Außerdem produziert das Unternehmen mit seiner Bio-Ethanol-Anlage auf Holzbasis jährlich bis zu 30 Millionen Liter Bio-Ethanol der zweiten Generation.

 Salzburg-Krone
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