30.11.2021 10:39 |

Interpol-Operation

1000 Festnahmen: Schlag gegen Cyber-Betrüger

In einer von Interpol koordinierten Operation gegen Cyber-Finanzkriminalität haben Strafverfolgungsbehörden aus 20 Ländern sowie Hongkong und Macau mehr als 1000 Personen verhaftet und illegale Gelder in Höhe von fast 27 Millionen US-Dollar beschlagnahmt. Darüber hinaus wurden 2350 Bankkonten gesperrt, die mit den illegalen Erträgen der Online-Finanzkriminalität in Verbindung stehen.

Die Operation „HAECHI-II“ erstreckte sich laut Interpol von Juni bis September und brachte spezialisierte Polizeieinheiten zusammen, um gegen bestimmte Arten von Online-Betrug vorzugehen, darunter Liebesbetrug, Anlagebetrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit illegalen Online-Glücksspielen. Insgesamt führte die Operation zur Verhaftung von 1003 Personen und ermöglichte den Ermittlern den Abschluss von 1660 Fällen.

Die Ergebnisse der Operation zeigen der internationalen Polizeibehörde zufolge, „dass grenzüberschreitende Gruppen des organisierten Verbrechens das Internet nutzen, um ihren Opfern Millionen abzuknöpfen, bevor sie das illegale Geld auf Bankkonten in der ganzen Welt überweisen“.

In einem einzigen Fall in Kolumbien wurde demnach ein bekanntes Textilunternehmen durch einen ausgeklügelten E-Mail-Betrug um mehr als acht Millionen US-Dollar betrogen. Die Täter gaben sich als gesetzlicher Vertreter des Unternehmens aus und erteilten den Auftrag, mehr als 16 Millionen US-Dollar auf zwei chinesische Bankkonten zu überweisen. Die Hälfte des Geldes wurde überwiesen, bevor das Unternehmen den Betrug aufdeckte und die kolumbianischen Justizbehörden alarmierte, die ihrerseits die Interpol-Abteilung für Finanzkriminalität kontaktierten.

„Wettlauf mit der Zeit“
Den Experten gelang es mithilfe eines neuen globalen „Anti-Geldwäsche-Schnellreaktionsprotokolls“, das die polizeiliche Kommunikation bei internationalen Zahlungssperren vereinfacht, mehr als 94 Prozent des Geldes „in Rekordzeit“ abzufangen und das kolumbianische Unternehmen vor dem Konkurs zu bewahren. „Das Abfangen von illegalen Erträgen aus Online-Finanzkriminalität, bevor sie in den Taschen von Geldkurieren verschwinden, ist ein Wettlauf mit der Zeit, und wir haben eng mit der Generalstaatsanwaltschaft zusammengearbeitet, um so entschlossen wie möglich vorzugehen“, wurde General Jorge Luis Vargas Valencia, Generaldirektor der kolumbianischen Nationalpolizei, zitiert.

In einem anderen Fall wurde ein Unternehmen in Slowenien dazu verleitet, mehr als 800.000 US-Dollar auf Geldkurierkonten in China zu überweisen. Auch hier leitete die slowenische Kriminalpolizei Ermittlungen ein und wandte sich über Interpol und andere Kanäle an ihre ausländischen Kollegen. „Dank der straffen Koordinierung durch das chinesische Interpol-Büro in Peking konnten die lokalen Behörden die gestohlenen Gelder erfolgreich abfangen und vollständig nach Slowenien zurückführen“, hieß es.

An der Operation beteiligt waren die Länder Angola, Brunei, Kambodscha, Kolumbien, China, Indien, Indonesien, Irland, Japan, Südkorea, Laos, Malaysia, die Malediven und die Philippinen sowie Rumänen, Singapur, Slowenien, Spanien, Thailand und Vietnam.

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