Zahlen werden steigen

WHO warnt: „Omikron sehr hohes globales Risiko“

Ausland
29.11.2021 13:13

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von der neuen Coronavirus-Variante Omikron ein weltweit insgesamt „sehr hohes“ Risiko aus. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren globalen Ausbreitung sei groß, warnte sie daher am Montag in einem Schreiben an ihre insgesamt 194 Mitgliedstaaten. Daten aus Südafrika zu den Neuinfektionen mit Covid-19 würden „im Moment auf eine Vervierfachung der Infektionsfälle pro Woche“ hinweisen, so der Wiener Genetiker Ulrich Elling.

Es sei mit steigenden Covid-19-Fallzahlen zu rechnen. In einigen Gebieten drohten ernsthafte Folgen. Auch bei geimpften Personen dürfte es Infektionen und Covid-19-Erkrankungen geben, „wenn auch in einem kleinen und vorhersehbaren Verhältnis“.

(Bild: Martial Trezzini/Keystone via AP)

Impftempo soll erhöht werden
Die WHO rief daher am Montag dazu auf, das Impftempo bei Hoch-Risiko-Gruppen zu beschleunigen und sicherzustellen, dass Pläne zur Eindämmung der Pandemie in Kraft seien, um wesentliche Teile des Gesundheitssystems aufrecht zu halten.

„Omikron hat eine beispiellose Anzahl von Spike-Mutationen, von denen einige wegen ihrer potenziellen Auswirkungen auf den Verlauf der Pandemie besorgniserregend sind“, befand die WHO. Um jedoch besser zu verstehen, warum die Variante das Potenzial habe, den Schutz durch Impfungen oder vorangegangene Infektionen zu umgehen, seien weitere Forschungen nötig. Mehr Daten würden in den kommenden Wochen erwartet.

Vervierfachung der Fälle pro Woche in Südafrika
Die Daten aus Südafrika würden „im Moment auf eine Vervierfachung der Infektionsfälle pro Woche“ hinweisen, sagte der Wiener Genetiker Ulrich Elling am Montag zur APA. Wie viele andere Forscher blickt auch er gebannt nach Südafrika. Offen ist, wie sich die Krankheitsverläufe vor allem bei älteren Menschen entwickeln oder sich die Situation bei Impfdurchbrüchen darstellt. Die gehäuften Verdachtsfälle in Tirol stimmen den Experten nachdenklich.

In der Region Gauteng, wo die neue Variante schon großflächiger kursiert, könne man sogar von einer „Verhundertfachung“ der Fälle im Verlauf des Novembers sprechen. Das liegt auch daran, dass sich noch vor wenigen Wochen in Südafrika das Infektionsgeschehen sehr stark in Grenzen gehalten hat. Dass der Anstieg mit der Omikron-Variante zusammenhängt, sei naheliegend.

(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)

Aufgrund der steilen Verlaufskurve im südlichen Afrika „ist davon auszugehen, dass das viel schneller zu hohen Zahlen führen kann“ und wahrscheinlich die aktuell vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus rascher verdrängt. „Es kämpft jetzt aber nicht Omikron gegen Delta“, betonte Elling. Letztlich basiere die Verdrängung darauf, dass momentan gesetzte Maßnahmen schon Delta in seiner Verbreitung zusetzen.

Fakten

Die WHO hat die neue Coronavirus-Variante Omikron (B.1.1.529) nach Beratungen mit Experten am Freitag als „besorgniserregend“ eingestuft. Diese Klassifizierung ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante möglicherweise ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Außerdem besteht bei „besorgniserregenden Varianten“ die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind.

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