Fieberthermometer

Wann wurde es eigentlich erfunden?

Dieses Messgerät, aber auch Taschentücher sind für uns selbstverständliche Alltagsgegenstände, etwa wenn wir an grippalen Infekten leiden. Wir verwenden sie ohne darüber nachzudenken. Dabei ist ihre Entstehungsgeschichte alles andere als langweilig.

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Fakt ist, dass es diese Errungenschaften natürlich nicht schon immer gegeben hat. Aber was war davor, und wie kam es zu diesen bahnbrechenden Erfindungen? Dass uns Papiertaschentücher in allen Lebenslagen begleiten, ist ein historisch noch relativ junges Phänomen - zumindest in unseren Breitengraden. Denn bereits im alten Japan und China putzte man die Nase mit papierenen Tüchern und verbrannte diese nach Gebrauch, berichtet das „Wien Museum Magazin“. Hierzulande geriet das früher so beliebte Stofftaschentuch mit den Erkenntnissen der Bakteriologie im 19. Jahrhundert in Verruf. In Krankenhäusern und Sanatorien ging man daher schon damals dazu über, etwa Tuberkulosekranke Verbandsmull oder Papiertücher zum Schnäuzen verwenden zu lassen, die man nach einmaligem Gebrauch vernichtete.

Als während des Ersten Weltkrieges Textilien knapp wurden, verbreiteten sich die ersatzweise aus Papier hergestellten Taschentücher erstmals auch ein wenig im Alltagsleben. Nachdem in den USA bereits 1924 eine heute noch bekannte Marke auf den Markt gekommen war, meldeten die Vereinigten Papierwerke Nürnberg 1929 ein Warenzeichen für das „erste Papiertaschentuch aus reinem Zellstoff“ beim Reichspatentamt an. Es erhielt einen ebenso noch heute gebräuchlichen Namen. Ab den 1970er Jahren setzten sich Papiertaschentücher endgültig durch. Und wie sieht es mit dem Fieberthermometer aus? Das erste „Gerät“, mit dem Temperaturen systematisch gemessen werden konnten, wurde 1709 vom deutschen Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit (1686-1736) entwickelt. Allerdings nahmen die Mediziner der damaligen Zeit seine Innovation zunächst alles andere als begeistert auf. Sie wollten weiterhin auf ihre „feinfühlige Intuition“ setzen und stellten sich daher gegen die objektive Messung mittels Apparaten.

Mediziner und Drogisten als Erfinder
Der englische Arzt Sir Thomas Clifford Allbutt (1836-1925) erfand dann 1867 das erste praktische, medizinische bzw. kurze Thermometer (mit etwa 15 cm Länge) zur Messung der Körpertemperatur einer Person: Es bestand aus einem Glasröhrchen mit einem Quecksilberbehälter, von dem aus sich das Metall in ein Haarröhrchen mit Gradeinteilung ausdehnen konnte. 1890 entwickelte ein deutscher Drogist das moderne, geschlossene Fieberthermometer. Er kam auf die Idee, das Glasthermometer am oberen Ende zuzuschmelzen. Diese Weiterentwicklung erhöhte u. a. die Anwendungssicherheit.

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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