Doping-Fall Knauß
Sensation: A-Probe wird noch einmal analysiert!
Nachrichten
19.12.2004 16:56
Überraschung im „Fall Hans Knauß“! Einen Tag, nachdem er die Öffentlichkeit über seine positive A-Probe der Doping-Kontrolle informiert hatte, erfuhr die „Krone“, dass diese Probe neu analysiert wird. Es soll zunächst eindeutig geklärt werden, ob Hans Knauß den geringfügig überhöhten Nandrolonwert selbst im Körper produziert habe oder nicht.
Die erneute Analyse der A-Probe findet nichtin Quebec, wo die Probe zum ersten Mal ausgewertet wurde, sondernim Labor in Köln, berichtete die "Krone". Dort ist eine neue"Isotopen-Methode" möglich, die eine körpereigene Bildungvon Nandrolon ohne Zweifel nachweisen kann.
Dr. Karlheinz Demel, Chef des österreichischenAntidoping-Komitees, hat die Versendung der A-Probe nach Kölnveranlasst und sagt, er halte es "nicht für ausgeschlossen",dass ein endogener Prozess für die geringfügige Erhöhungdes Wertes verantwortlich sei. Auch sei der Wert, den die Analysevon Knauß' Blut ergab, in keinem Fall leistungssteigernd.Erst ein Nandrolonwert ab 20 gebe etwas her.
"Es hat mir einen Schock versetzt"
Hans Knauß hatte am Freitagabend die positiveProbe publik gemacht, jede Form von absichtlichem Doping aberbestritten. Er hatte keine Erklärung für das Ergebnis."Das Ganze hat mir einen großen Schock versetzt. Ich habeabsolut keine Ahnung, wie das passieren konnte und wo das herkam. Jetzt gilt es zu recherchieren, warum und wieso das passierenkonnte", sagte der sichtlich verzweifelte Schladminger vor Journalistenin einer eilends einberufenen Pressekonferenz.
"Lehne Doping strikt ab"
"Ich würde nie vorsätzlich dopen. Ich hoffe,ihr glaubt mir, dass ich jede Form von Doping strikt ablehne",sagte der 33-Jährige unter Tränen. Nach der Abfahrtim kanadischen Lake Louise am 27. November war bei Knaußein Nandrolonwert von 4,2 Nanogramm festgestellt worden. Erlaubtsind jedoch nur 2,5 Nanogramm. Das Dopingmittel Nandrolon giltals "Modedroge", die jedoch leicht nachzuweisen ist.
Ist seine Karriere zu Ende?
Das Ergebnis einer von Knauß und dem ÖsterreichischenSkiverband (ÖSV) beantragten B-Probe wird in der kommendenWoche erwartet. Sollte sich der Verdacht des Nandrolon-Missbrauchsbestätigen, droht Knauß eine Sperre von zwei Jahren,was für den Olympia-Zweiten im Riesenslalom von 1998 dasKarriereende bedeuten würde.
Ein am Donnerstag in Wien vom ÖSV eilig vorgenommenerneuer Test hatte ein negatives Ergebnis ergeben. ÖSV-AlpinchefHans Pum stellte sich sofort vor den siebenfachen Weltcup-Sieger,der im Rennzirkus das Image eines besonders fairen Sportsmannesgenießt.
Haben Bakterien den Wert erhöht?
Seinen Abfahrts-Start am Samstag in Gröden hatteKnauß abgesagt. Intensiv will er sich an die Ursachenforschungfür den erhöhten Wert machen. "Ich war wie vom Blitzgetroffen", sagte er. Erste Erklärungsversuche richten sichauf eine Vereiterung der Kieferhöhle, die ihn währendder Übersee-Tournee geplagt hatte. Bakterien könntendemnach den Wert erhöht haben. Zudem will der Schladmingerohne ärztlichen Rat Nahrungsergänzungsmittel zu sichgenommen haben.
Verdächtigungen gegen Österreich
Der Fall trifft den Internationalen Skiverband (FIS)in einer Phase der Intensivierung des Dopingkampfes. Erstmalswurden nach dem Super-G in Gröden am Freitag auch Blutprobengenommen. Bislang hatte Doping - besonders mit anabolen Steoriden- im alpinen Rennzirkus kaum eine Rolle gespielt. FIS-PräsidentGianfranco Kasper hatte von einen "sauberen Sport" gesprochenund das Image der aufrechten Naturburschen kultiviert. Geradegegen die Österreicher hatte es immer wieder Verdächtigungen,aber nie Beweise gegeben.
Dr. Karlheinz Demel, Chef des österreichischenAntidoping-Komitees, hat die Versendung der A-Probe nach Kölnveranlasst und sagt, er halte es "nicht für ausgeschlossen",dass ein endogener Prozess für die geringfügige Erhöhungdes Wertes verantwortlich sei. Auch sei der Wert, den die Analysevon Knauß' Blut ergab, in keinem Fall leistungssteigernd.Erst ein Nandrolonwert ab 20 gebe etwas her.
"Es hat mir einen Schock versetzt"
Hans Knauß hatte am Freitagabend die positiveProbe publik gemacht, jede Form von absichtlichem Doping aberbestritten. Er hatte keine Erklärung für das Ergebnis."Das Ganze hat mir einen großen Schock versetzt. Ich habeabsolut keine Ahnung, wie das passieren konnte und wo das herkam. Jetzt gilt es zu recherchieren, warum und wieso das passierenkonnte", sagte der sichtlich verzweifelte Schladminger vor Journalistenin einer eilends einberufenen Pressekonferenz.
"Lehne Doping strikt ab"
"Ich würde nie vorsätzlich dopen. Ich hoffe,ihr glaubt mir, dass ich jede Form von Doping strikt ablehne",sagte der 33-Jährige unter Tränen. Nach der Abfahrtim kanadischen Lake Louise am 27. November war bei Knaußein Nandrolonwert von 4,2 Nanogramm festgestellt worden. Erlaubtsind jedoch nur 2,5 Nanogramm. Das Dopingmittel Nandrolon giltals "Modedroge", die jedoch leicht nachzuweisen ist.
Ist seine Karriere zu Ende?
Das Ergebnis einer von Knauß und dem ÖsterreichischenSkiverband (ÖSV) beantragten B-Probe wird in der kommendenWoche erwartet. Sollte sich der Verdacht des Nandrolon-Missbrauchsbestätigen, droht Knauß eine Sperre von zwei Jahren,was für den Olympia-Zweiten im Riesenslalom von 1998 dasKarriereende bedeuten würde.
Ein am Donnerstag in Wien vom ÖSV eilig vorgenommenerneuer Test hatte ein negatives Ergebnis ergeben. ÖSV-AlpinchefHans Pum stellte sich sofort vor den siebenfachen Weltcup-Sieger,der im Rennzirkus das Image eines besonders fairen Sportsmannesgenießt.
Haben Bakterien den Wert erhöht?
Seinen Abfahrts-Start am Samstag in Gröden hatteKnauß abgesagt. Intensiv will er sich an die Ursachenforschungfür den erhöhten Wert machen. "Ich war wie vom Blitzgetroffen", sagte er. Erste Erklärungsversuche richten sichauf eine Vereiterung der Kieferhöhle, die ihn währendder Übersee-Tournee geplagt hatte. Bakterien könntendemnach den Wert erhöht haben. Zudem will der Schladmingerohne ärztlichen Rat Nahrungsergänzungsmittel zu sichgenommen haben.
Verdächtigungen gegen Österreich
Der Fall trifft den Internationalen Skiverband (FIS)in einer Phase der Intensivierung des Dopingkampfes. Erstmalswurden nach dem Super-G in Gröden am Freitag auch Blutprobengenommen. Bislang hatte Doping - besonders mit anabolen Steoriden- im alpinen Rennzirkus kaum eine Rolle gespielt. FIS-PräsidentGianfranco Kasper hatte von einen "sauberen Sport" gesprochenund das Image der aufrechten Naturburschen kultiviert. Geradegegen die Österreicher hatte es immer wieder Verdächtigungen,aber nie Beweise gegeben.
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