18.11.2021 06:41 |

Schutz vor Folgen

Arzt: „Klares Ja zur Kinderimpfung“

Kleinkinder auf der Intensiv: Da lassen viele Eltern ihre Kinder lieber jetzt schon impfen - auch ohne Zulassung. Dazu Kinderarzt Rudolf Schmitzberger im „Krone“-Gespräch.

Die Horrorvorstellung vieler Eltern: In Linz kämpft ein 15 Monate altes infiziertes Mädchen um sein Leben, in Salzburg sind zwei Kleinkinder auf der Intensiv. Da nutzen viele die Möglichkeit der Impfung: Wien impft ab Fünfjährige offiziell, Tirol folgt nach, in Niederösterreich kann man sich dafür vorregistrieren.

Zulassung durch EMA für Kinder ab 5 wohl nöchste Woche
Bisher läuft der Stich im „off label“-Gebrauch, also außerhalb der Zulassung des Impfstoffs - in dem Fall Bionzech/Pfizer. Für Europa wird die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA für die ab Fünfjährigen nächste Woche erwartet. Das Nationale Impfgremium NIG dürfte rasch nachziehen. Aber was sagen Ärzte zum Stich? Dazu befragen wir Kinderarzt Rudolf Schmitzberger.

„Krone“: Sind Kinderimpfungen empfehlenswert?
Rudolf Schmitzberger: Ich kann ein klares Ja geben. Vor allem wenn man sieht, dass laut AGES-Zahlen die 6- bis 14-Jährigen am häufigsten betroffen sind, was die Virus-Verbreitung betrifft, haben sie die 15- bis 24-Jährigen überholt. Die 7-Tage-Inzidenz ist bei den 6- bis 14-Jährigen in der Vorwoche von 943,6 auf 1518,9 Fälle je 100.000 Einwohner gestiegen - ein Zuwachs von 61 Prozent. Aber natürlich sollten wir für eine generelle Empfehlung den NIG-Entscheid abwarten.

Wie wird der schützende Stich von den Kids vertragen?
Laut Daten aus Ländern wie Amerika und Israel sehr gut. Äußerst selten können Herzmuskelentzündungen auftreten, sonst die üblichen Reaktionen: Fieber, Kopf-, Muskel-/Gelenkschmerzen.

Aber wie gefährlich ist Corona wirklich für die Kleinen?
Kinder erkranken selten, aber doch auch schwer. In Deutschland kommen zwei Prozent der infizierten Kinder ins Spital. Kinder sind von Long Covid betroffen, können das PIMS-Syndrom (Multi-Entzündungserkrankung) entwickeln oder eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung). Letztere kann selten auch als Impfnebenwirkung auftreten.

Was gibt es für Vorteile?
Die Impfung schützt das Kind, andere, und sie schützt das Kind auch vor den zunehmenden psychischen Belastungen der Pandemie, die wir immer stärker beim Nachwuchs bemerken.

Wer entscheidet?
Ab 14 Jahren das Kind, darunter die Eltern in Abklärung mit dem Arzt.

Warum ist die Verbreitung bei Kindern so heftig?
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen, bei Kindern gibt es keine generelle Maskenpflicht. Deshalb sind Hygienemaßnahmen so wichtig. Auch sollte man die Influenza-Impfung für sein Kind andenken.

Silvia Schober
Silvia Schober
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