17.11.2021 20:00 |

Negative Effekte

Medien-Multitasking schlecht für kindliche Psyche

Gleichzeitig im Internet zu surfen und Musik zu hören, ist möglicherweise keine gute Idee. Denn häufiges Medien-Multitasking geht bei Kindern unter anderem mit einer schlechteren psychischen Gesundheit einher, wie eine Studie der Universität Luxemburg mit Genfer Schulkindern zeigt. Die Art und Weise, wie Kinder die Medien nutzen, spielt demnach eine wichtige Rolle.

Die Zunahme des digitalen Medienkonsums, insbesondere bei Kindern, wirft Fragen nach dessen Auswirkungen auf. Nicht selten ist zu lesen, dass die Zeit vor dem Bildschirm begrenzt werden sollte. Aber so einfach ist es nicht, wie ein Team von Forschenden um Pedro Cardoso-Leite von der Uni Luxemburg mit Beteiligung von Genfer Wissenschaftlern im Fachmagazin „Plos One“ darlegt.

Die Forschenden durchleuchteten mittels Fragebögen den Medienkonsum von 118 acht- bis zwölfjährigen Schulkindern, allen voran wie dieser unter anderem mit der Aufmerksamkeitsfähigkeit, der psychische Gesundheit, Schlaf und schulische Leistungen zusammenhängt. Sie untersuchten die Anzahl an Stunden, mit denen sich die Studienteilnehmenden mit digitalen Medien beschäftigten, wie häufig sie Videospiele spielten und wie oft sie Medien-Multitasking betrieben, also verschiedene Medien simultan nutzten.

Keine negativen Effekte durch Gaming
Demnach hängt insbesondere Medien-Multitasking mit schlechterer psychischer Gesundheit, schlechterem Schlaf sowie weniger Durchhaltevermögen zusammen. Auch berichteten Lehrpersonen, dass Schüler, die intensives Multitasking betreiben, häufiger ADHS-ähnliches Verhalten zeigten. Demgegenüber ging Gaming nicht mit negativen Effekten einher. Vielmehr war das Spielen von Videospielen mit besserer psychischer Gesundheit sowie einer schnelleren Reaktionsfähigkeit verbunden.

Der Studie zufolge konsumieren achtjährige Kinder im Durchschnitt insgesamt rund viereinhalb Stunden digitale Medieninhalte pro Tag. Im Alter von zwölf Jahren beträgt dieser Wert acht Stunden und 14 Minuten. Allerdings fanden die Forschenden keine signifikanten Korrelationen der Gesamtnutzungszeit mit den untersuchten Variablen.

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