Für leistbares Wohnen

Wien: Steuer auf leer stehende Wohnungen gefordert

Da in Wien Zigtausende Wohnungen als „Spekulationsobjekte“ leer stehen, soll eine Leerstandsabgabe diese Lage ändern.

Familien mit Kindern wünschen sich jetzt in der Corona-Zeit ein Eigenheim. Doch allein in den vergangenen fünf Jahren sind die Wohnungspreise in der Donaumetropole um bis zu 75 (!) Prozent gestiegen. Damit ist die Finanzierung für viele unerschwinglich. Hintergrund der Preisexplosion ist mitunter die simple Tatsache, dass Zigtausende Appartements leer stehen. Die letzte Erhebung liegt sechs Jahre zurück: 2015 standen geschätzte 35.000 Wohnungen leer!

Leistbares Wohnen sicherstellen 
Um dieser Sparform entgegenzuwirken, haben Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und Finanzstadtrat Peter Hanke (beide SPÖ) einen Brief an die zuständigen Ministerien (Justiz-, Wirtschafts-, Finanz- & Sozialministerium) verfasst. Konkret geht es darum, den Wohnungsbestand zu stärken, also leistbares Wohnen sicherzustellen. Doch um Bewegung in die erstarrte Situation zu bringen, sei eine Leerstandsabgabe unumgänglich. Wobei diese Abgabe so hoch sein müsste, dass das Vermieten attraktiver wäre.

35.000 Wohnungen

stehen laut der letzen Erhebung vor sechs Jahren in Wien leer. Viele Appartements gelten als Spekulationsobjekte.

75 Prozent Preissteigerung

gab es in den bestgelegenen Wohngegenden der Stadt allein in den vergangenen fünf Jahren.


„Reines Ablenkungsmanöver“

Für den grünen Wohnbausprecher Georg Prack ist es „erschreckend, dass eine moderne Stadtverwaltung nicht weiß, wie viele Wohnungen langfristig in Wien leer stehen“. Wohnungen würden als „Betonsparbücher“ zweckentfremdet, weshalb man nun erfreut sei, dass die Stadtregierung eine Leerstandsabgabe signalisiere. Ganz anders sieht das ÖVP-Wohnbausprecher Peter Sittler: „Diese Forderung ist als reines Ablenkungsmanöver von der unsozialen Gebührenpolitik zu werten.“

Ideologische „Blendgranaten“
Für FPÖ-Landesparteiobmann Dominik Nepp sind die aktuellen SPÖ-Pläne ideologische „Blendgranaten“. Er ist für eine Verschärfung des Grundverkehrsgesetzes. Das könnte den Wiener Wohnungsmarkt vor den Gewinnzielen ausländischer Investmentfonds schützen.

Christoph Matzl
Christoph Matzl
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Dienstag, 07. Dezember 2021
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