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Wohnungsmarkt: Wucherpreise und Fake-Inserate

Die „Krone“ hat Wiener Immobilieninserate durchforstet. Satte 410 Euro werden für ein 17-Quadratmeter-Appartement verlangt. Gute Beratung ist bei der Wohnungssuche schon die halbe Miete.

Mieten in Wien bleibt ein heißes Thema. Die „Krone“ durchforstete gründlich die angebotenen Objekte in der Bundeshauptstadt und stieß dabei auf so manch erschreckende Angebote. Klein und teuer, klein und noch teurer oder gleich eine ganze Baustelle statt Wohlfühlfaktor. Zudem besteht die Gefahr von Fake-Inseraten.

In der Hütteldorfer Straße in Penzing wird etwa eine 17 Quadratmeter kleine Unterkunft für 410 Euro angeboten. Vielleicht rechnet der Anbieter mit einem Rapid-Fan. In der Landstraße wartet eine Ein-Zimmer-Bleibe mit 40 Quadratmetern für 600 Euro auf einen Hobby-Handwerker. Das krasse Gegenteil hingegen im selben Bezirk: Dort steht eine Einzimmerwohnung mit 50 Quadratmetern für 1800 Euro bereit.

Doch keine Sorge, es sind auch angemessene Objekte für jeden Wunsch, ob Single-Haushalt, Pärchen-Wohnung oder die geräumigen eigenen vier Wände für Familien mit Kindern, auf dem Markt erhältlich.

Sozialer Wohnbau

60 Prozent der Wiener leben in einer geförderten Wohnung. Das sorgt dafür, dass die Mietpreise im Vergleich zu anderen Metropolen noch leistbar sind.


MieterHilfe warnt erneut vor Wohnungsbetrug

Wachsamkeit ist trotzdem angesagt. Denn so manches Schnäppchen entpuppt sich als Fake, wie die MieterHilfe warnt. So bietet der vermeintliche Eigentümer einer Wohnung über eine etablierte Immobilienplattform eine günstige Wohnung mit schönen Bildern an. 50 Quadratmeter Wohnfläche plus Garten sollen lediglich mit monatlich 500 Euro „warm“ zu Buche schlagen. In der Kommunikation mit dem vermeintlichen Anbieter wird der Schein erweckt, dass die Sicherungsmechanismen von AirBnB greifen und die Mieter gegebenenfalls ihr Geld zurückbekommen würden.

Doch Finger weg! Die Besichtigung der Wohnung würde erst nach Bezahlung der Kaution (1000 Euro) und der ersten Miete mit einem vermeintlichen „AirBnB-Agenten“ erfolgen. Interessierte bekommen lediglich einen Link zu einer gefälschten AirBnB-Webseite, über die die Transaktion erfolgen soll. Die Betrüger verwenden illegalerweise die Fotos und echten Wohnungsbeschreibungen aus Inseraten einer anderen Webseite. Wie die MieterHilfe recherchierte, gibt es bereits mehrere Fälle. Beratung bewahrt vor bösen Überraschungen.

Teures Innenstadt-Pflaster

Der Durchschnittspreis für Wohnungen zur Miete in Wien war im September 2021 in der Inneren Stadt mit 20,02 Euro pro Quadratmeter am höchsten und in der Brigittenau mit 13,63 Euro pro Quadratmeter am niedrigsten.


Seriöse Makler können sich mit der „Immobilien-Card
 ausweisen
Immobilien-Makler sind bei der Suche nach den eigenen vier Wänden auf dem privaten Markt behilflich. Doch sie sind immer wieder mit scharfer Kritik konfrontiert. Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wiener Wirtschaftskammer, gibt Entwarnung.

„Es gibt unzählige zufriedene Makler-Kunden. Das liegt nicht zuletzt an der Qualitätsoffensive, die wir seit mehreren Jahren betreiben. Unser Ziel dabei ist, den Wohnungssuchenden auf dem Weg zur passenden Wohnung Hilfestellung und die nötige Sicherheit zu geben“, erklärt Pisecky. Doch oft sorgt schon die Anwesenheit des Maklers bei der Besichtigung für ein mulmiges Gefühl bei den Kunden. Viele haben Angst, dass sie einem Betrüger aufsitzen.

Zitat Icon

Es gibt unzählige zufriedene Makler-Kunden. Das liegt an unserer jahrelangen Qualitätsoffensive.

Michael Pisecky, Obmann der Immo-Makler in der Wirtschaftskammer

Doch die „ImmobilienCard“ - das ist ein Berufsausweis für Makler, die eine Ausbildung absolviert und die Gewerbeberechtigung besitzen - sagt aus, dass der Vermittler tatsächlich vom Fach ist. Des Weiteren gelte es, auf die Immy-Auszeichnung für umfassend geprüfte Makler zu achten. „Diese sind auch im Internet unter www.immy.at aufgelistet“, so Pisecky weiter.

Speziell bei den großen und bekannten Anbietern auf dem Markt kann sich der Kunde dann darauf verlassen, dass alles seriös und vor allem rechtskonform abgewickelt wird.

Matthias Lassnig
Matthias Lassnig
Stefan Steinkogler
Stefan Steinkogler
Martina Münzer-Greier
Martina Münzer-Greier
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Dienstag, 07. Dezember 2021
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