24.10.2021 14:55 |

Bis 26. Oktober 20 Uhr

Sankt Ursula bringt den ältesten Krämermarkt

Schönes und Kitsch, Praktisches und Kurioses, Qualität und Ramsch, aber vor allem eine gemütliche Stimmung und strahlende Gesichter sind am Ursulamarkt zu finden.

Von unten erklingt eine Operettenmelodie: Um seine Schuhpasta anzupreisen, putzt ein Fierant die Schuhe der Besucher, und trällert dabei fröhlich ein Lied. Neben Heißluftballons werden Lederjacken angeboten, handgefertigte Keramik ist neben Mini-Donuts zu finden, geflochtene Körbe neben luftgeselchtem Speck, Bundesheersocken neben Zuckerwatte und glasierten Früchten, Propolistropfen neben Spitzentischdecken mit Bambimotiv, Spongebob-Pölster neben ätherischen Ölen, Krauthobel neben Swarovksi-Schmuck, Zirbenschnaps neben Gemüsebürsten, Schafwollpatschen neben Kernöl, Trachtenjoppen neben Betonengeln für den Friedhof: So ein buntes, umfangreiches Sortiment kann kein Einkaufszentrum bieten.

Dafür muss man auf den Ursulamarkt gehen, wo auch Wagnermeister Gerhard Hackl aus Stainz Holzlöffel, Jausenbrettln und Fliegenklatschen feilbietet, Lebzelter Gottfried Stöckl aus Bleiburg süße Verführungen und Siegrid Thomaschütz aus St. Veit Emailletöpfe verkauft. Da werden „Speeeeezialitäten aus Kärnten!“ genauso angepriesen wie das „absolut weltweit beste Putzmittel“.

Über 300 Fieranten
Mehr als 300 Fieranten aus ganz Österreich, aus dem angrenzenden EU-Raum und sogar aus China, Peru und Indien haben Stände aufgebaut. Der Mix aus außergewöhnlichen Waren und gemütlicher Stimmung lockt bereits seit dem Jahr 1304 Besucher aus nah und fern; somit gilt der Ursulamarkt als der älteste Jahrmarkt in Kärnten.

Ein wenig Geschichte
Erst seit wenigen Jahren thront wieder die Freyung über dem Markt und symbolisiert den freien Markt und fairen Handel. Hobbyhistoriker Reinhold Gasper hatte den Arm mit dem Schwert – nach diesem Vorbild wurde auch die St. Veiter Freyung angefertigt – aus dem 18. Jahrhundert wiederentdeckt. Eine Kopie prangt nun am Benediktinermarkt, eine rund um den Gedenktag der heiligen Ursula (21. Oktober) am Jahrmarkt.

Flohmarkt mit allerlei Kostbarkeiten
In der Messehalle 2 wurde wieder ein Flohmarkt aufgebaut: Dort suchen Gmundner Keramik und Lilienporzellan ebenso neue Besitzer wie alte Grammophone und Holzspielzeug.

Gaudepark mit 20 Fahrgeräten
Im kleinen Gaudepark stehen etwa 20 Fahrgeschäfte für Spaß und Nervenkitzel bereit. Wer nach Stärkung verlangt, wählt zwischen Bratwürstel, gefüllten Calamari, Pommes oder vampirabwehrendem Knoblauchlangos. Ein Crêpe erfreut zum Abschluss. Für die Lieben zuhause gibt es Schaumtüten und Kokosbusserln und die Erzählung vom gemütlichen Bummeln auf dem Markt.

Eröffnung fand ohne Stadtpolitiker statt
Erstmals in der Geschichte des Ursulamarktes fand die Eröffnung am Samstag übrigens ohne Stadtpolitiker statt, denn im jüngsten Gemeinderat war eine covid-infizierte Person gewesen.

Zur Sicherheit der Besucher und Fieranten werden an allen fünf Eingängen 3G-Nachweise kontrolliert.

Der Ursulamarkt lockt Besucher noch heute, morgen und am Feiertag auf das Messeareal in Klagenfurt (6 bis 20 Uhr).

Von
Christina Natascha Kogler
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