Vor Wintersaison

Tourismus: Kampf um Personal heuer so hart wie nie

Steiermark
23.10.2021 12:15

Jahr für Jahr ist es hart, ausreichend Personal für den steirischen Wintertourismus zu finden. Heuer ist es laut dem Branchensprecher aber noch schwieriger. Einige Unternehmen suchen nun online europaweit nach Fachkräften für die bevorstehende Saison.

Noch bevor die Saison überhaupt losging, war sie im Vorjahr schon beendet: Der Lockdown dauerte von November bis Mai, Gasthäuser und Hotels blieben zu. „Betriebe, die vor allem Saisonarbeiter beschäftigen, konnten diese gar nicht zur Kurzarbeit anmelden. Denen sind die Mitarbeiter völlig weggebrochen, sie zurückzubringen, ist doppelt schwer“, so Hans Spreitzhofer, Obmann der Tourismusbetriebe.

Wobei die Lage in der Steiermark mit den vielen Ganzjahresbetrieben nicht ganz so dramatisch ist wie in Westösterreich. Dort können Hotels teilweise wegen Personalmangel gar nicht aufsperren. „In der Steiermark ist mir noch kein Fall bekannt“, so Spreitzhofer.

1800 offene Stellen schwer zu besetzen
Aktuell sind laut Christina Lind, der stellvertretenden AMS-Landesgeschäftsführerin, 1800 Stellen im Bereich Gastronomie und Beherbergung als offen gemeldet. Dem stehen gut 3000 Arbeitslose aus dieser Branche gegenüber. Warum sie nicht zusammenfinden? Wegen mangelnder Qualifikation und Mobilität, gesundheitlichen Schwierigkeiten und Betreuungspflichten, so das Arbeitsmarktservice.

Am Montag werden neue Wege beschritten: Online können Bewerbungsgesprächen mit Fachkräften aus europäischen Ländern wie Spanien, Italien, Rumänien und Frankreich geführt werden. 15 steirische Betriebe aus den Regionen Schladming-Dachstein und Murau, fast ausschließlich Hotels mit Restaurantbetrieb, haben sich angemeldet.

Sputnik-Impfstoff bereitet Sorgen
Eine Problematik bei ausländischen Mitarbeitern bereitet laut Spreitzhofer große Sorgen: Der Sputnik-Impfstoff, mit dem gerade viele Osteuropäer immunisiert sind, ist in Österreich nicht anerkannt. Das bedeutet für Betroffene: testen, testen, testen.

Auch sei das Kontingent für Saisonarbeiter außerhalb der EU (1263) viel zu niedrig. Und dennoch gibt sich Spreitzhofer optimistisch: „Im Endeffekt haben wir es immer irgendwie geschafft.“

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