09.10.2021 21:50 |

„Tritt die Flucht an“

Kickl: „Türkises System ist nach wie vor voll da“

Um auszuloten, wie es in der aktuellen Regierungskrise weitergehen soll, haben sich am Samstagnachmittag SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und FPÖ-Chef Herbert Kickl zum Gespräch getroffen. Kurz‘ Ankündigung, von nun an nicht mehr Bundeskanzler, sondern Klubobmann im Parlament sein zu wollen, kommentierte Kickl wie folgt: „Sebastian Kurz tritt die Flucht in die parlamentarische Immunität an“.

Da er sich nun hinter seiner parlamentarischen Immunität verschanzen werde, breche Kurz damit sein am Freitag gegebenes Versprechen, dass er für rasche Aufklärung sorgen werde. Offenbar plane dieser, die ganze Affäre zu einer unendlichen Geschichte zu machen, bis die ÖVP das Justizministerium wieder innehabe, vermutete Kickl.

Kurz wird Aufhebung seiner Immunität beantragen
Kurz hingegen kündigte an, vom Parlament aus seine Unschuld beweisen zu wollen. Daher wird er auch selbst die Aufhebung seiner Immunität beantragen, um weitere Ermittlungen zu ermöglichen.

„System“ wird aus „anderer Position betrieben“
„Kurz mag als Kanzler weg sein - aber das türkise System ist nach wie vor voll da, das System Kurz wird weiter von ihm betrieben, nur aus einer anderen Position“, so Kickl. In dieselbe Kerbe schlägt Pamela Rendi-Wagner: Kurz gehe, aber das türkise System bleibe. Als Klubchef und Parteiobmann ziehe er im Hintergrund weiter die Fäden. „Man kann zusammenfassen, seit einer Stunde ist Kurz nicht mehr Bundeskanzler, aber Schattenkanzler“, beklagte die SPÖ-Chefin.

Rot-blaue Zusammenarbeit möglich
Kickl selbst hat sich am Samstagnachmittag mit Pamela Rendi-Wagner zum Gespräch getroffen. Nähere Details wurden nicht bekannt gegeben. Die SPÖ-Chefin hatte zuletzt eine Zusammenarbeit mit den Blauen nicht ausgeschlossen - eine solche war für die Roten bisher praktisch undenkbar.

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