16.09.2021 10:25 |

Streiks vom Tisch

Lokführer und Deutsche Bahn erzielen Tarifeinigung

Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn haben sich in ihrem festgefahrenen Konflikt zuletzt angenähert und noch vor einer für Donnerstag anberaumten Pressekonferenz eine Einigung im Tarifstreit erzielt. Es gibt eine Lohnerhöhung von 3,3 Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 32 Monaten und zwei Corona-Prämien.

Zum 1. Dezember 2021 steigen die Bezüge zunächst um 1,5 Prozent, dann am 1. März 2023 um weitere 1,8 Prozent. Am 1. Dezember erhalten die Beschäftigten außerdem je nach Lohngruppe eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro. Am 1. März 2022 soll eine weitere Corona-Prämie von einheitlich 400 Euro fließen.

Zusatzrente ab 2022 nur noch Bestands-Mitarbeiter
Die GDL willigte außerdem in die geplante Umstrukturierung der betrieblichen Altersvorsorge ein; das bisherige System der Zusatzrente werde ab 2022 nur für Bestands-Mitarbeiter fortgesetzt. Erstmals schließt die GDL neben dem Zugpersonal auch Tarifverträge für Mitarbeitende in Werkstätten und in der Verwaltung, jedoch nicht für die Infrastruktur. Geeinigt haben sich beide Seiten demnach auch auf ein Verfahren, mit dem festgestellt wird, welche Gewerkschaft in den jeweiligen Bahn-Betrieben die Mehrheit hat.

Einigung schon vor gemeinsamer Pressekonferenz
„In den vergangenen Tagen haben intensive Gespräche stattgefunden, um (...) im Sinne der Fahrgäste und der Beschäftigten gemeinsame Lösungen zu finden“, hieß es am Donnerstagvormittag vor dem geplanten Pressetermin von Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und GDL-Chef Claus Weselsky in Berlin. Schon davor verlautbarte die Deutsche Presse-Agentur: „Es gibt eine Einigung.“

Auch die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU), nahmen an der Konferenz teil. Die beiden hatten bereits zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft in dem Konflikt vermittelt. Eine Schlichtung im Herbst 2020 war gescheitert.

Langsame Annäherung in Konflikt
Reuters hatte bereits am Mittwoch berichtet, dass Bewegung in den Konflikt gekommen sei. Die Bahn war den Lokführern am Wochenende entgegengekommen und hatte eine zusätzliche Entgeltkomponente in Aussicht gestellt. Der Konzern hielt sich jedoch vorerst bedeckt, wie diese genau aussehen könnte.

Die GDL hatte ihren dritten und bisher längsten Streik in dieser Tarifrunde am Dienstag vergangener Woche beendet. Vorige Woche hatte die Gewerkschaft aber damit gedroht, Anfang dieser Woche mit der Vorbereitung des nächsten Arbeitskampfes zu beginnen, sollte das Konzernmanagement bis dahin kein verbessertes Angebot vorlegen. Die Streiks wirkten sich auch in Österreich sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr aus.

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