11.09.2021 11:05 |

Digitalwährungen

Notenbanken drohen abgehängt zu werden

 Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die Notenbanken dazu aufgerufen, ihre Arbeiten an Digitalwährungen voranzutreiben. Ansonsten drohten sie von den digitalen Initiativen großer Technologiekonzerne abgehängt zu werden, warnte der Leiter des BIZ-Innovationszentrums, Benoit Coeure, am Freitag auf einem Finanzforum in Ljubljana. „Wir sollten unsere Ärmel hochkrempeln und unsere Arbeiten an der Gestaltung der Kernelemente von CBDC (Digitale Zentralbankwährungen, Anm.) beschleunigen“, sagte er.

Die in Basel ansässige BIZ wird auch als Notenbank der Notenbanken bezeichnet. Sie ist eine wichtige Denkschmiede für die internationale Geldpolitik. Es brauche Jahre, bis Währungshüter eigene Digitalwährungen einführen könnten, erläuterte Coeure. Stablecoins - so werden weniger schwankungsanfällige Cyberdevisen bezeichnet - und Kryptowährungen seien aber bereits da.

Viele Notenbanken rund um den Globus prüfen derzeit die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen. Treibende Kraft ist die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in allen Lebensbereichen. Derweil drängen jedoch internationale Technologiekonzerne wie Facebook mit eigenen Cyberdevisen auf den Markt.

Die Europäische Union sei einzigartig aufgestellt, um dieser Zukunft zu begegnen, sagte Coeure. Hier könne auf ein schnelles Zahlungssystem aufgebaut werden, das auf dem neusten Stand der Technik sei. Zudem verwies Coeure auf starke Datenschutzregeln in Europa.

Die Europäische Zentralbank hatte im Juli eine wichtige Weiche für die mögliche spätere Einführung eines digitalen Euro gestellt. Sie will nun zunächst in einer zweijährigen Untersuchungsphase die Kerneigenschaften eines Digital-Euro festlegen. Bis der digitale Euro kommt, könnte es noch fünf Jahre dauern.

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