12.07.2021 10:22 |

Delta dominiert

Frankreich stellt Weichen für Corona-Impfpflicht

Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Frankreich - die Hälfte der Neuerkrankungen gehen mittlerweile darauf zurück - bereitet die Regierung um Präsident Emmanuel Macron nun die Gesetzesgrundlage für eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte vor. Experten gehen davon aus, dass eine Impfquote von 95 Prozent erforderlich ist, um die Pandemie zu überwinden.

Mit dem Beginn der Sommerferien in Frankreich setzte nicht nur eine Urlaubswelle ein, auch die Delta-Welle rollt über das Land hinweg. Die als ansteckender geltende Mutation des Virus hat sich mittlerweile auch im zweitgrößten Land der Europäischen Union als die dominanteste Variante durchgesetzt und bestimmt damit das Pandemie-Geschehen.

Am Montag berät die Regierung nun über diverse Gesetzesänderungen, die etwa eine Impfplicht für Pflegekräfte sowie möglicherweise weiterem Personal im Dienstleistungsbereich mit sich bringen sollen. Diese und weitere Schutzmaßnahmen wurden bereits am Freitag von einem wissenschaftlichen Beirat der Regierung empfohlen. So könne rechtzeitig gegengesteuert werden, falls der weitere Verlauf der Pandemie es erfordern sollte.

Impfquote nur „unzureichend“
Begründet wird dies damit, dass die Zahl der gegen das Virus geimpften Personen in Frankreich nur „unzureichend“ sei. Die französischen Gesundheitsbehörden registrierten zuletzt eine Impfquote von rund 39 Prozent - man geht jedoch davon aus, dass bis zu 95 Prozent immunisiert sein müssen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Neben der Impfpflicht für Pflegekräfte sprach sich der Beirat auch für verschärfte Maßnahmen in besonders stark betroffenen Gebieten aus. Besonders im Pariser Großraum, an der Cote d‘Azur und in der Bretagne nahmen die Corona-Infektionen zuletzt erneut zu.

Gegenwärtig liegt die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich bei mehr als 4000 pro Tag - mit steigender Tendenz. Europaminister Clement Beaune riet bereits dazu, Portugal und Spanien wegen der höheren Inzidenzen als Urlaubsziele zu meiden. Dennoch werden auch in Frankreich nach wie vor zahlreiche Auflagen weiter gelockert.

Maskentragen bloß empfohlen
Am Wochenende durften erstmals seit rund 16 Monaten die Diskotheken wieder öffnen. Viele bleiben wegen der Auflagen aber vorerst geschlossen. Disco-Besucher müssen einen „Gesundheitspass“ vorlegen, der Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Erkrankung oder einen negativen Corona-Test gibt. Die Räume dürfen maximal zu 75 Prozent gefüllt sein. Im Gegenzug wird das Tragen einer Maske lediglich empfohlen.

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