Anti-Falten-Waffen

"Pionierpflanzen", DNA-Reparatur, Haut-"Impfung"

Gesund
14.02.2011 13:36
Moderne Anti-Aging-Pflege hat ein Ziel: die Haut möglichst lange jung zu erhalten. Die Wege dorthin sind höchst unterschiedlich, wie die ersten Neulancierungen für das Frühjahr zeigen. Cremen setzen auf die Kraft von "Pionierpflanzen", sollen die DNA im Zellkern reparieren oder gar die Haut nach dem Prinzip von Mini-"Stressattacken" gegen schädliche Einflüsse von außen "impfen".

Der kurios klingende, aber innovative Ansatz kommt von Hersteller Givenchy. Die These lautet: Die Haut wird bewusst Stressfaktoren ausgesetzt, damit sie dann schädlichen Stressattacken besser widerstehen kann. Schon der Name des Serums "Vax'in For Youth" (Vakzin bedeutet Impfstoff) soll nahelegen, dass hier die Haut angeregt werde, ihre Vorbeugungs- und Reparaturfunktionen zu verbessern. Die Produktentwicklung stützt sich auf die Forschung des indischen Biogerontologen Suresh Rattan über den natürlichen Vorgang der Hormesis. Das griechische Wort für "Anregung" beschreibt den biologischen Effekt, dass geringe Dosen schädlicher Substanzen eine positive Wirkung auf den Organismus haben können, indem sie die Abwehrkräfte dagegen mobilisieren.

Auf die Hautalterung umgelegt, habe sich gezeigt, "dass wiederholter Mikrostress die Zellen dazu bringt, ihre Reparaturmechanismen zu erhöhen". In das Serum gepackt wurden aber nicht etwa niedrig dosierte Gifte, sondern zwei "Wirkstoffe mit hormetischen Eigenschaften", die die Zellen stimulieren sollen, ihre Abwehr hochzufahren - ganz ohne sie wirklich zu "stressen", wie der Hersteller betont.

"Pionierpflanzen" verzögern Hautalterung
Clarins hat seinen Bestseller des vergangenen Jahres um drei Pflegeprodukte "für jeden Hauttyp" erweitert. Die Hauptwirkstoffe der Linie "Capital Lumiere", Löffelkraut, Waltheria und Rote Schuppenmiere, gehören zur Familie der "Pionierpflanzen" - sie gedeihen auf nährstoffarmen Böden, weil sie außergewöhnlich anpassungs- und widerstandsfähig sind. Auf der Haut sollen daraus gewonnene Substanzen eine verzögerte Zellalterung bewirken. "Wir müssen den Alterungsprozess an seinem Ursprung behandeln, statt uns lediglich um die oberflächlichen Symptome zu kümmern", meinen die Entwickler von Lancaster. Sie haben eine Erfolgsformel - das erste Kosmetikprodukt, das eine Wirkung auf die DNA auslobte - seit 2003 zum neu vorgestellten Serum 365 Cellular Elixir Intense weiterentwickelt, das angeblich "direkt auf den hauteigenen DNA-Reparaturmechanismus wirkt".

Reines Platin für die Augenpartie
La Prairie, Spezialist für schier unerschwingliche Luxuskosmetik, packt reines Platin nun auch in eine Pflegecreme für die Augenpartie ("Cellular Eye Cream Platinum Rare"). Das Edelmetall soll das elektrolytische Gleichgewicht der Haut verbessern und ihre "Pufferzone" stärken. Einen Liftingeffekt sollen zwei neue Produkte der "Diadermine Lift+ Intense"-Linie durch Stimulierung der Kollagenproduktion erreichen. Viel Feuchtigkeit für reife Haut verspricht "Diadermine Reactivance". Pro Tiegel sind 30 Tropfen Argan-Öl enthalten.

SBT (Skin Biology Therapy) widmet dem Thema Feuchtigkeitsversorgung gleich eine ganze Pflegelinie: "Cell Culture Balance Care" soll trockener, beanspruchter Haut wieder ins Gleichgewicht verhelfen. "Eine konstante Hautfeuchtigkeit mit intakter Feuchtigkeitsbarriere ist essentiell für eine gesunde und ausbalancierte Haut", erläuterte Markengründer und Dermatologe Volker Steinhaus. Auch Helena Rubinstein hat mit "Hydra Collagenist" eine eigene Anti-Aging-Feuchtigkeitspflegeserie im Programm. Die Produkte sollen Wasser sowohl in der Oberhaut als auch tief im Inneren speichern helfen.

Aufgeweckter Start in den Tag
Einen aufgeweckten Start in den Tag verspricht "Total Effects Wake Up Wonder" aus der Anti-Aging-Serie von Olaz. "Gerade älter werdende Haut braucht durch den starken Feuchtigkeitsverlust in der Früh länger, um Knitterfalten auszugleichen", meinte Schönheitsberaterin Serena Godenbaum. Dank Minzextrakt sollen die vom Schlafpolster verursachten Fältchen schneller verschwinden. Wer es gar nicht so weit kommen lassen will, kann sich auf einen Polster für knitterfreien Schönheitsschlaf betten. Bei einem solchen Spezialprodukt der Vorarlberger Firma Hefel etwa sollen die Form und der seidigglatte Bezug Abdrücke im Gesicht verhindern.

2010 habe das Marktvolumen des heimischen Hauptpflegemarkts 78,8 Millionen Euro betragen, sagte Bernhard Voigt, Managing Director bei Schwarzkopf & Henkel Österreich. Das Anti-Age-Segment sei mit einem Anteil von 37,5 Prozent weiterhin das größte und wichtigste. Zu sich abzeichnenden Trends meinte Voigt: "Frauen sind auf der Suche nach Produkten mit bester Wirkung für alle Hautzonen - Gesicht, Hals und Dekollete."

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