05.07.2021 05:00 |

Für City und Offroad

Sieben E-Bikes im Test - hier brach der Lenker!

E-Bikes liegen seit Jahren im Trend. Sie erleichtern es mit elektrischer Unterstützung, größere Reichweiten zu erzielen, ohne erschöpft am Ziel anzukommen. Wer auch abseits asphaltierter Wege sicher und komfortabel fahren möchte, ist mit Offroad-Tiefeinsteiger-Pedelecs, manchmal auch als „eSUV“ bezeichnet, gut beraten. Doch nicht alle kann man bedenkenlos kaufen, wie der aktuelle Test des ÖAMTC und seiner Partner zeigt.

Die Klubs haben sieben dieser Allrounder in der Preisklasse 3000 bis 4000 Euro getestet. Prinzipiell ist ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl von dieser „Mischung aus elektrisch unterstützten City- und Mountainbikes begeistert“: „Sie ermöglichen durch ihre Rahmengeometrie mit dem tiefen Einstieg ein komfortableres Aufsitzen, was Menschen schätzen werden, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind - aber nicht nur. Sie sind aber trotzdem verwindungssteif genug für den Einsatz im leichten Gelände.“

Nur bedingt für das Gelände geeignet: Conway und Kettler
Im Test wurde den Hersteller-Versprechen der Geländegängigkeit auf den Zahn gefühlt, daher wurden strengere Testnormen in Anlehnung an E-Mountainbikes herangezogen. Dementsprechend zeigte sich in der Dauerhaltbarkeit die ein oder andere Schwäche: Beim Lenkervorbau des Conway Cairon SUV 527 gab die Stirnverzahnung inklusive Befestigungsschraube nach - in der Praxis wäre ein Sturz über den Lenker wahrscheinlich. Deswegen, aber auch wegen zu hoher Schadstoffwerte im Sattel, erhielt das Cairon als Einziges ein „nicht genügend“ im Test.

Beim Kettler Quadriga Town und Country Comp brachen bei der Wiegetrittprüfung Schrauben sowie eine Rahmenstrebe der Motorbefestigung. Pluspunkte sammelte das Kettler dagegen mit der Ausstattung, sodass es am Ende ein „befriedigend“ wurde.

Fünf der sieben Testkandidaten schnitten „gut“ ab
Das Feld liegt dabei beieinander - Sieger nach Punkten ist das österreichische KTM Macina Aera 271 LFC. Dicht dahinter folgen das E-Ville SUV von Bergamont, das Iconic EVO 1 27,5+ von Bulls, das Nuride Hybrid Exc 625 Allroad von Cube und das E-Universe 6.5 FEQ von Stevens.

Im Test aufgefallen ist auch das Thema Gewicht: Zum einen wiegen alle Kandidaten zwischen 26 und 29 kg - ein Gewicht, das für manche Menschen bei Hindernissen schwer zu stemmen ist. Zum anderen ist das zulässige Gesamtgewicht bei einigen Testkandidaten recht niedrig, beim Conway z. B. nur 130 kg. Das Bergamont hingegen darf 160 kg erreichen. „Wenn z.B. ein 80 kg schwerer Fahrer mit einem 28 kg schweren E-Bike unterwegs ist und einen Fahrradanhänger (14 kg) mit einem Kind (10 kg) und Gepäck (3 kg) mitnehmen will, ist man bei 130 kg zulässigem Gesamtgewicht bereits 5 kg über dem Limit. Wer ein zweites Kind mitnimmt, ist deutlich drüber. Das belastet das Material über Gebühr und kann das Fahrverhalten gefährlich beeinflussen“, warnt Kerbl.

Tipps des ÖAMTC für den Kauf

  • Probe fahren und vergleichen: Das Fahrverhalten ist bei allen positiv, aber doch sehr unterschiedlich - von komfortabel bis sportlich.
  • Von Fachpersonal einstellen lassen: Grundeinstellungen durch den Fachhändler vornehmen lassen - bei der absenkbaren Sattelstütze beispielsweise kann leicht versehentlich der Seilzug ausgehängt werden.
  • Probefahrt ohne E-Unterstützung: Die Probefahrt auch ohne elektrische Unterstützung durchführen - der Antrieb begeistert meistens insbesondere Neulinge sehr, sodass der kritische Blick aufs Fahrrad dann fehlt.
  • Beladungsmöglichkeit des Gepäckträgers prüfen: Nicht immer sind Gepäckträger für höheres Gewicht ausgelegt und für die Kindersitzmontage freigegeben.
  • Kindertransport geplant? Vor Kauf im Bedarfsfall die Montagemöglichkeiten von Kindersitz- oder Kinderfahrradanhänger abklären, nicht alles am Markt ist untereinander kompatibel. Im Idealfall hat man alles vor dem Kauf beim Händler und kann es sich direkt ansehen.
Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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