30.05.2021 05:00 |

Heimische Forschung

Ultraschalltherapie für Demenz und Parkinson

Erfolgsgeschichte aus Österreich: Wiener Hirnexperten gelang wissenschaftlicher Durchbruch mit neuer Behandlungsmethode! 

Medizinische Sensationen kommen üblicherweise aus Ländern, wo in die Forschung ausreichend investiert wird. Jetzt ist aber auch aus dem kleinen Österreich ein großer Erfolg zu vermelden! Trotz quälenden Geldmangels gelang es Wiener Hirnspezialisten, eine neue Behandlungsmethode gegen Demenz und Parkinson zu entwickeln! Das Verfahren heißt Transkranielle Puls Stimulation (TPS) und beruht auf genauestens gezieltem Ultraschall. Entwickelt vom Team eines internationalen Forschungskonsortiums unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Beisteiner, Med. Universität Wien. Mit der zwar bereits bekannten Methode wurde jetzt ein entscheidender Durchbruch erzielt. Prof. Beisteiner: „Die Idee hatten wir schon vor ungefähr 10 Jahren. Allerdings lange blockiert durch das Problem, Sponsoren für die Umsetzung zu finden. Wir bekamen dann in der Schweiz doch einen Industriepartner. Die neue Behandlung ist nun bei Demenz zugelassen für Teilnehmer an unserer Studie oder über ein neurowissenschaftliches Therapiezentrum erhältlich.“ Zu Beginn steht natürlich eine umfangreiche Analyse der erkrankten Hirnfunktionen.

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Jedes Gehirn ist anders! Daher müssen wir alle Patienten individuell beurteilen.

Univ.-Prof. Dr. Roland Beisteiner, MedUni Wien

Eine besondere Rolle spielen dabei spezielle MR Bilder, die selbst sehr kleine Veränderungen erkennen lassen. Der Hirnexperte: „Jedes Gehirn ist anders! Daher müssen wir alle Patienten individuell beurteilen. Das betrifft natürlich auch die Ultraschallimpulse, die gesetzt werden. Die sichere Anwendung erfordert daher langjährige neurowissenschaftliche Erfahrung.“ TPS ist zur Therapie der Alzheimer Demenz bereits zugelassen, aber noch kein Standard. Prof. Beisteiner: „Wir befinden uns in ständiger Weiterentwicklung. Schon jetzt können wir zum Beispiel sagen, dass die Methode bei Parkinson ebenfalls geeignet ist. Aktuell laufen neben Demenz auch für Parkinson Studien.“ Der österreichische Wissenschafter wagt zudem einen Blick in die durchaus nahe Zukunft: „Geplant sind Arbeiten zur Rehabilitation bei Schlaganfall, Multipler Sklerose und Nervenschmerzen. Wir sehen außerdem beste Chancen, bei an sich Gesunden zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen zu können - in Bezug auf Gedächtnis und Beweglichkeit!“ Bei den genannten Erkrankungen gehen Nervenzellen zugrunde. Mit Hilfe von Ultraschall kann man in alle Hirngebiete ohne Operation eindringen, diese Zellen wieder aktivieren und so die Hirnleistung verbessern.

Kommentar des Autors: „Vergeudet kein Geld!“
Es ist für jeden Medizinjournalisten schön, über wissenschaftliche Erfolge aus dem eigenen Land berichten zu dürfen. Was jedoch Prof. Roland Beisteiner unerwähnt ließ, sei hinzu gefügt: Mit entsprechender Unterstützung der Forschung würde alles schneller gehen. Kranke müssten weniger lang auf die ersehnte Hilfe warten. Mir ist und bleibt unverständlich, dass heimische Forscher in der Fremde praktisch betteln gehen müssen, um Geld für ihre Arbeit aufzutreiben. Sicher gibt es auch in Österreich Förderungen. Diese sind jedoch oft nur Tropfen auf heiße Steine. Es wird hierzulande soviel Geld für Unnötiges vergeudet - welche Regierung macht dem ein Ende?

Wolfgang Exel
Wolfgang Exel
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