12.05.2021 09:42 |

Und digitale Ausweise

Industrielle fordern nationale IT-Security-Stelle

Unter anderem mit einem weiterentwickelten „digitalen Ausweis“ und einer Art nationalem Kompetenzzentrum für „Cybersecurity“ soll Österreich den Vorstellungen der Industriellenvereinigung (IV) nach bis 2030 zu einem „Digitalisierungs-Hotspot“ werden. Das erklärte IV-Präsident Georg Knill bei der Präsentation eines „Aktionsplanes“ der „Task Force Digitalisierung und KI“. Im Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) brauche es eine Verbesserung.

Aktuell belegt Österreich in diesem Ranking Platz 13. Das Ziel der Bundesregierung, zu den ersten fünf aufzuschließen, ist für Knill „zu wenig ambitioniert“. Bis 2030 sollte man sich gar unter den Top-drei wiederfinden. Einen Beitrag will man mit dem Aktionsplan mit dem Titel „Digital.Erfolgreich.Industrie. - Transformation zum digitalen Österreich 2030+“ liefern, der in einem „digitalen Sprint über dreieinhalb Monate“ von rund 150 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus 50 Mitgliedsunternehmen der IV erstellt wurde, sagte der Task Force-Vorsitzende und CEO der RHI Magnesita, Stefan Borgas.

Pandemie war Digitalisierungsturbo
Die Anforderungen an die Digitalisierung habe die Coronapandemie „massiv verschärft - und das ist gut so“, betonte Knill. Ohne die neuen technischen Möglichkeiten wären die Lockdowns zu einem „Game-Over“ geworden. Es gelte nun, den Schwung sozusagen auch mitzunehmen. Was etwa Künstliche Intelligenz (KI) betrifft, sei Europa allerdings „erst in der Aufwachphase“, während die USA oder China schon länger Milliarden investieren.

Aus dem 20 Visionen, 30 Forderungen an die Politik und 25 Empfehlungen an Unternehmen umfassenden neuen Papier hob Knill die angepeilte Einführung eines echten elektronischen Identitätsnachweises (E-ID) hervor. Es sei nicht mehr zeitgemäß, sich online da und dort immer wieder neu anzumelden. Es brauche ein rechtlich abgesichertes und datenschutzkonformes „digitales Gegenstück zum analogen Ausweis“, sagte Knill, dem hier eine „logische Weiterentwicklung der digitalen Handysignatur“ vorschwebt. Derartiges gebe es schon in 35 Ländern Europas zumindest in Ansätzen. Österreich sei hier leider kein Vorreiter, so der IV-Chef, der die Kosten für die Umsetzung einer E-ID auf rund zehn Millionen Euro schätzte.

IV will Cybersecurity-Kompetenzzentrum
Angesichts des mittlerweile nahezu tagtäglich bestehenden Risikos für Unternehmen und Bürger Opfer einer Online-Attacke zu werden, richteten die Industrievertreter die Forderung zur Umsetzung eines nationalen Kompetenzzentrums für „Cybersecurity“ an die Politik. Man müsse sich hierzulande „viel mehr dem Thema widmen“, sagte Knill, der sich dieses „Emergency Response Team“ auch als Begleiter für Bürger und Unternehmen vorstellt. Angesichts horrender Kosten durch derartige Angriffe seien die laut dem IV-Chef noch nicht genau bezifferbaren Aufwendungen für das Projekt vermutlich ein gutes Investment.

Für Borgas haben Österreich und seine Unternehmen auf jeden Fall eine „Aufholjagd“ vor sich. Auch viele Firmen seinen in Bezug auf die Digitalisierung „etwas verstaubt“. Seitens der Industrie werde man sich darum bemühen, themenspezifische Venture Capital Fonds aufzusetzen und neue Verbindungen zwischen den heimischen Unternehmen zu schaffen.

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