03.05.2021 09:01 |

Wichtige Rolle

Eltern bestimmen Berufswahl der Kinder oft mit

Eltern bestimmen die Berufswünsche und auch die Berufsauswahl ihrer Kinder überdurchschnittlich oft mit. Dementsprechend wünschen sich Kinder von Akademikern auch öfter, selbst später einen akademischen Beruf zu ergreifen. Die wichtige Rolle der Eltern aber könne zusätzlich zu einem Problem führen. Rund 50 Prozent der Eltern in Wien seien nicht im inländischen Schulsystem sozialisiert worden und würden daher die komplexe Schul- und Ausbildungslandschaft nicht überblicken.

Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Arbeiterkammer (AK) beauftragte Studie der Uni Wien. Dementsprechend ergab die Untersuchung auch eine geringe Bildungsmobilität und Anpassung der Berufswünsche an die zu erwartenden Bildungschancen.

Deutliche Unterschiede bei Schularten
Für die Studie wurden bereits im Wintersemester 2019/20 (also vor Beginn der Corona-Einschränkungen) mehr als 200 Schüler der vierten Klassen AHS-Unterstufen bzw. Neue Mittelschule (heute: Mittelschule) mittels Fragebögen sowie 40 davon zusätzlich vertiefend mittels Interviews befragt. Dabei zeigten sich etwa schon beim Traumberuf deutliche Unterschiede zwischen den beiden Schularten: AHS-Schüler gaben vor allem Arzt, Anwalt und Apotheker an, während ihre NMS-Kollegen vor allem Kfz-Mechaniker, Lehrer, Polizist oder Kindergartenpädagogin werden wollten.

In beiden Gruppen werden die Eltern nicht nur als Vorbilder für den Berufswunsch, sondern auch als wichtigste Informationsquellen bei der Berufswahlentscheidung gesehen. Dementsprechend wünschen sich Kinder von Akademikern auch öfter, selbst später einen akademischen Beruf zu ergreifen. AHS-Schüler streben nach einer Matura, NMS-Schüler dagegen nach einer BHS-Matura, berufsbildenden mittleren Schule und Ausbildung bzw. Polytechnischer Schule und Lehre. Kaum ein NMS-Schüler kann sich vorstellen, nach der vierten Klasse an eine AHS zu wechseln.

Die wichtige Rolle der Eltern könne zusätzlich zu einem Problem führen, meinte AK-Expertin Martina Aicher bei einem Online-Gespräch am Freitag. Rund 50 Prozent der Eltern in Wien seien nicht im inländischen Schulsystem sozialisiert worden und würden daher die komplexe Schul- und Ausbildungslandschaft nicht überblicken.

Einfluss von Lehrern gering
Mädchen blicken laut der Studie generell unsicherer in ihre berufliche Zukunft als Burschen. Für letztere sind ein gutes Einkommen bzw. Aufstiegsmöglichkeiten auch wichtiger, umgekehrt legen Mädchen einen höheren Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein wichtiger Faktor bei der Berufsorientierung sollte eigentlich auch die Schule sein: Allerdings ist der Einfluss von Mitschülern bzw. Lehrern eher gering.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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