Schwager von Opfer:

„Der Mordprozess wühlt noch einmal alles auf“

„Wir sind einfach froh, wenn alles vorbei ist. Der Prozess wird sicher nochmal alles aufwühlen“, sagt Andreas W. aus Leonding, Schwager des Mordopfers und selbst auf der Todesliste des 29-jährigen Gabriel. Dieser soll, auf Weihnachtsbesuch im Zaubertal, seine Großcousine vergewaltigt, erwürgte und erstochen haben.

„Es gibt gute und schlechte Tage. Aber wir halten als Familie zusammen“, sagt der Schwager, der von der „Krone“ erfuhr, dass die Mordanklage fertig ist. Da wahrscheinlich alle Familienmitglieder als Zeugen gehört werden müssen, wird der Prozess sehr aufwühlend werden. „Danach hoffen wird, dass wir abschließen können“, so Andreas W.

Vier Tage vor Silvester war das beschauliche Leben der Familie in einen Albtraum verwandelt worden. Der 29-jährige Gabriel, ebenso aus Honduras stammend, aber in Spanien lebend, war zu Besuch im Zaubertal. Hier lebte schon seit eineinhalb Jahren seine Großcousine Eny als Austauschstudentin bei ihrer Halbschwester. Und in die bildhübsche Studentin hatte sich der Besucher verschossen. Als sie seine Avancen abblitzen ließ und er erfuhr, dass sie einen anderen Mann kennengelernt hatte, fielen bei ihm die Sicherungen.

Täter wollte auch andere töten
Laut Anklage soll er in der Nacht zum 27. Dezember in ihr Zimmer gegangen, sie vergewaltigt, gewürgt und zig Mal ein Küchenmesser in den reglosen Körper gerammt haben. Dann soll er geplant haben, auch alle andere Hausbewohner zu töten. Er lockte die Schwester des Opfers in den Keller, griff sie an, ihr Mann konnte einen Angriff mit einem Küchenbeil abwehren. Inzwischen war die achtjährige Tochter des Paars zum Opa, der im Nachbarhaus lebt, gelaufen und dieser fesselte mit seinem Sohn den 29-Jährigen mit Kabelbindern.

„Laut Gutachten leidet der Beschuldigte an einer Persönlichkeitsstörung, die aber nicht seine Zurechnungsfähigkeit beeinflusst“, erklärt Ulrike Breiteneder, Sprecherin der Linzer Staatsnwaltschaft. Weil wegen der psychischen Störung von Gabriel weitere Gefahr ausgeht, wurde zusätzlich eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt. Die Verteidigung hat 14 Tage Zeit, die Anklage zu beeinspruche. Dem 29-Jährigen, für den die Unschuldsvermutung gilt, drohen 10 bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Dienstag, 11. Mai 2021
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