10.04.2021 07:45 |

Krisengipfel in Graz

Schulskandal: Lehrerin vom Dienst freigestellt

Weiter große Aufregung rund um die Grazer Volksschule Geidorf: Nach den gewalttätigen Übergriffen während des Unterrichts kam es gestern zu einem Krisengipfel mit Bildungsdirektion und Elternvertretern. Inzwischen wurde bekannt, dass die damals anwesende Pädagogin vorerst nicht mehr an der Schule unterrichtet.

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Die der „Krone“ vorliegenden Fotos des mit blauen Flecken und Würgemalen übersäten Körpers des Neunjährigen machen sprachlos. Wie berichtet, waren während einer Schulstunde drei Buben plötzlich wie wild auf ihren Klassenkollegen losgegangen und hätten ihn beinahe erwürgt. Der „Anführer“ sorgte schon Ende des letzten Schuljahrs für einen Polizeieinsatz, als er während der Nachmittagsbetreuung damit drohte, die Schule in die Luft zu sprengen.

Immer wieder suchten besorgte Eltern das Gespräch mit der Schulleitung - immer wieder blitzte man ab oder wurde vertröstet. Nach der nunmehr letzten Eskalation und dem durch die „Krone“-Enthüllungen immer stärkeren öffentlichen Druck kam es gestern zu einem Gespräch mit Vertretern der Schule, Bildungsdirektion und Eltern. Von allen Beteiligten wurde dieses als „sehr konstruktiv“ bezeichnet.

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Diverse Vorwürfe werden derzeit geprüft. Die Pädagogin ist aktuell nicht im Dienst, wurde aber auch nicht suspendiert.

Ein Sprecher der Bildungsdirektion

So ist ein moderierter Elternabend vereinbart worden, und es wird eine intensive Begleitung der Schule durch Beratungslehrer und Schulpsychologen geben. „Die wachsende Diversität verbunden mit einem steigenden Migrationsanteil speziell in den Grazer Pflichtschulen stellt eine hohe Anforderung an die Gruppendynamik in Klassen dar. Ein gewaltfreies Miteinander hat an Schulen aber natürlich höchste Priorität“, stellt Josef Zollneritsch, Leiter der Abteilung Schulpsychologie in der Bildungsdirektion, klar.

Gewalttätige Buben bleiben zu Hause
Zwei der drei „Täter“ hätten ursprünglich bereits am Montag in den Unterricht zurückkehren sollen - nun werden sie vorerst aber von einem mobilen Pädagogen-Team betreut. Den „schwarzen Peter“ in dieser schockierenden Angelegenheit hat allerdings offenbar jene Lehrerin, die während des Vorfalls am 25. März den Unterricht leitete. Sie wird bis auf Weiteres nicht mehr an der Schule unterrichten.

„Diverse Vorwürfe werden derzeit geprüft. Wir bitten um Verständnis, dass zu laufenden Erhebungen keine detaillierte Stellungnahme abgegeben werden kann“, hieß es gestern auf Anfrage von der Bildungsdirektion. „Die Pädagogin ist aktuell nicht im Dienst - aber auch nicht suspendiert.“

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