Nach dem Tanzensemble und der Musicalsparte durfte sich nun auch das Schauspiel des Landestheaters endlich wieder vor Publikum präsentieren – wenn auch nur online, versteht sich. Und das gleich mit einem absoluten Bühnenklassiker: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“. Darin verhandelt Richter Adam seine eigene Missetat, hat er doch bei der Flucht aus dem Zimmer einer Jungfer einen Krug zerbrochen, lastet dies aber dem Verlobten des Mädchens an.
Bei der Uraufführung 1808 fiel das Stück beim Publikum gnadenlos durch, sodass der Schluss geändert wurde. Die Regisseurin Bérénice Hebenstreit hat sich mit dieser Änderung intensiv befasst und nicht nur die Originalversion inszeniert, sondern noch die Autorin Carolyn Amann mit einem Schlussmonolog für die Figur der Jungfer Eve beauftragt, der die Figur aus der Opferrolle hebt. Theresa Palfi ist dies wie auf den Leib geschneidert, sie glänzt in der Produktion ebenso wie Klaus Müller-Beck als mal gerissen, mal verzweifelt um sich schlagender Richter Adam. Auf der kargen Bühne (Mira König) versammeln sich zur Verhandlung außerdem die verschlagene Gerichtsrätin Walter (Katharina Hofmann), Markus Ransmayr als Schreiber Licht, Gunda Schanderer als Frau Marthe Rull, Jakob Kajetan Hofbauer als Eves Verlobter Ruprecht Tümpel und Eva-Maria Aichner als Zeugin Frau Brigitte.
Trotz des zeitgemäßen Twists zum Schluss, fehlt es der Produktion doch leider etwas an Esprit und Ideenreichtum.
Stück als Stream verfügbar: landestheater-linz.at
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