26.12.2010 13:46 |

Appell an Behörden

Kritik an geplanter Abschiebung von Familienvater

Rund um Weihnachten wird wieder Kritik an geplanten Abschiebungen laut. Diesmal geht es um einen Fall in Salzburg, betroffen ist ein Mazedonier. Der Vater einer siebenköpfigen Familie, der seit neun Jahren in Österreich lebt, soll bis zum 12. Jänner das Land verlassen. Der Salzburger Aktivist Bernhard Jenny appellierte nun an Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), die Abschiebung zu stoppen.

Fuat R. flüchtete vor neun Jahren aus Mazedonien, weil er dort keinen Militärdienst absolvieren wollte, und reiste nach Österreich. "2004 stellte er einen Asylantrag, hat aber nichts mehr von den Behörden gehört", schilderte Jenny. Vor sechs Jahren heiratete der Mazedonier zudem eine Österreicherin, die Frau brachte zwei Sprösslinge in die Ehe mit, inzwischen kamen drei gemeinsame dazu. Die fünf Kinder sind eineinhalb, drei, fünf, zwölf und 14 Jahre alt.

Mitglied im Trachtenverein
"Mit einer Genehmigung des Arbeitsamtes bekam Fuat einen Job, der die siebenköpfige Familie einigermaßen durchs Leben brachte", sagte Jenny. Der in der Stadt Salzburg lebende Mann sei als verlässlicher Arbeiter beliebt und auch Mitglied eines Trachten- und Perchtenvereins. Im September flatterte dann aber der Abschiebe-Bescheid ins Haus.

Karenzgeld und Sozialhilfe
"Mit diesem Tag hat der 36-Jährige seine Arbeit verloren. Die Familie muss seither von einem Karenzgeld und der Sozialhilfe leben." Der Mazedonier müsse das Land "freiwillig" verlassen, um dann in seiner Heimat einen Visumantrag stellen zu können. Dieser Umweg koste der Familie eine Menge Geld, das sie nicht aufbringen könne. Falls der Vater nicht freiwillig ausreise, drohe ihm die Zwangsabschiebung und damit ein 18-monatiges Wiedereinreiseverbot, erläuterte der Salzburger.

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