Hildegard Reitberger ist seit Jahrzehnten ein „Theatermensch“, ihre gesamte Freizeit widmet die ehemalige Bankerin mit viel Herzblut der Bühne. In der bunten Welt des heimischen Amateurtheaters kennt und schätzt man die rührige Obfrau des Stadttheaters Kufstein weit über die Grenzen von Tirol hinaus für ihr Engagement. Diese Leidenschaft ist auch einer der vielen Gründe dafür, dass Reitberger seit einigen Jahren ehrenamtlich die Vizepräsidentin-West des österreichischen Bundesverbandes für außerberufliches Theater ist.
Corona brachte Schlimmes für Amateurtheater
In dieser Funktion berichtet sie der „Krone“ von der Situation, wie die Amateurtheater in den vergangenen Monaten mit der Pandemie und ihren Folgen für diesen Bereich in der Veranstaltungsbranche umgegangen sind und wie sie von den Vereinsmitgliedern erlebt wird. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Szene der Amateurtheater kann man als einen echten Scherbenhaufen titulieren“, lauten die Eingangsworte von Hildegard Reitberger für ein darauffolgendes emotionales Gespräch.
Sehnsüchte tausender Vereinsmitglieder
Bei den Amateurbühnen im Land geht es primär nicht um den wirtschaftlichen Ruin, hier stehen die derzeit nicht erfüllbaren Emotionen und Sehnsüchte tausender von Menschen, die in „normalen Zeiten“ österreichweit rund 1800 Amateurtheatern Leben einhauchen, im Vordergrund – da ein Theaterverein als Konglomerat unterschiedlicher Alter, Temperamente, Gesellschaftsschichten und Weltanschauungen gesehen werden kann. All diese Unterschiede werden aber zumeist über Monate hinweg durch eine große Leidenschaft geeint: Die Umsetzung eines Theaterstücks, das am Tag der Premiere den kritischen Augen der Öffentlichkeit präsentiert wird. Auf die aktuelle Situation bezogen merkt Reitberger hier an: „Ein Veranstaltungsverbot und der Appell zur Reduktion sozialer Kontakte erweisen sich als Todesstoß dieser Vorhaben“.
„Theater-Abstinenz“ sorgt für neue Hobbys
Die nun schon sehr lange „Abstinenz“ führt auch dazu, dass Vereinsmitglieder sich einem neuen Hobby zuwenden und nicht mehr die Zeit für freiwillige Arbeit im Kulturbereich aufbringen wollen. Trotz allem bleibt Hildegard Reitberger zuversichtlich und meint zum Schluss, „dass sich die Vorhänge auf den Bühnen bald wieder lüften und angehoben werden“.
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