13.03.2021 19:47 |

Bund gefordert

Umsatz-Einbruch: So geht es mit den Öffis weiter

Stolze 42 Prozent weniger Fahrgäste und 28 Millionen Euro weniger Umsatz: Diese desaströse Bilanz zieht das Verkehrsreferat des Landes Steiermark für die Öffis im Corona-Jahr 2020. Springt der Bund nicht bald mit einer Finanzspritze ein, befürchtet man Konsequenzen. Wir haben sechs wichtige Fragen beantwortet.

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Um wie viel ist der Verkehr im Lockdown zurückgegangen?
Im gesamten Jahr 2020 gab es 42 Prozent weniger Fahrgäste in den steirischen Öffis - 28 Millionen Euro an Einnahmen sind weggebrochen.

Welche Fahrgäste sind weggefallen?
Vor allem die Gelegenheitsfahrer, sagt Peter Gspaltl, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Steiermark. „Wir sind trotzdem sehr glücklich, dass wir bei den Stammkunden nur einen Rückgang von 15 Prozent haben. Manche warten jetzt noch ab mit dem Kauf einer neuen Jahreskarte.“ Die höchsten Verluste gab es im Stundenkarten-Segment.

Sind nun manche Linien und Haltestellen in Gefahr?
Nein, zunächst nicht, versichert Gspaltl. Die meisten Mobilitätsunternehmen tragen ihr Risiko nicht selbst, sondern werden vom Verbund - also vom Land Steiermark - beauftragt. Bei jenen, bei denen das noch nicht so ist, etwa Watzke, hat der Verkehrsverbund mindestens bis Juni alle Busrouten mit 600.000 Euro an Zusatzmitteln gefördert. Ab 2023 wird dann nur noch das Land das Risiko tragen und nicht mehr die Unternehmen - sie bekommen dann allerdings auch keinen Gewinn.

Werden die Tickets nun teurer?
Ja - aber das hängt nicht mit dem Umsatzeinbruch wegen der Corona-Pandemie zusammen. „Mit Juli kommt die jährliche Tarifanpassung. Das ist eine Indexierung von 2,25 Prozent“, erklärt Geschäftsführer Gspaltl. „Bei den Stundenkarten gibt es keine Erhöhung, die Jahreskarten werden um etwa einen Euro im Monat teurer.“ Weitere Erhöhungen seien nicht geplant.

Wer kommt für die Verluste auf?
Das ist wohl eine politische Frage. Der steirische Verkehrsreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) sieht den Bund in der Plicht. „Die Bundesländer dürfen mit diesen Folgen nicht länger alleine gelassen werden, ansonsten drohen ernsthafte Konsequenzen für den öffentlichen Verkehr.“ Gemeinsam mit den Verkehrsverantwortlichen der anderen Landesregierungen fordert er eine Finanzspritze.

Inwiefern ist der Stadtverkehr in Graz davon betroffen?
Die obigen Zahlen gelten für die gesamte Steiermark. Der Holding Graz liegen noch keine Auswertungen vor. Im zweiten Lockdown vermeldete man 80 Prozent weniger Fahrgäste - dementsprechend schlecht dürfte die Bilanz ausfallen. Die Diskussion wird derzeit aber ohnehin von den U-Bahn-Plänen dominiert. 

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