01.03.2021 11:46 |

Auslandsgeheimdienst

BND sucht mit Karnickel nach Hacker-Talenten

Ein Computer-Karnickel hüpft über Hauswände, schnappt zu und wird zum Hai. Der deutsche Auslandsgeheimdienst sucht händeringend IT-Spezialisten. Ob die Cyber-Kampagne in der Hacker-Szene ankommt, bleibt abzuwarten.

Unter dem Hashtag „#followtheglitchkarnickel“ versucht der Bundesnachrichtendienst seit Montag, die Hacker-Szene direkt zu erreichen. „Wir müssen die Sprache derer sprechen, die sich für uns interessieren sollen“, so BND-Präsident Bruno Kahl zur Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Alle Leute reißen sich um Fachkräfte, die in diesem Bereich Expertise haben.“ Der Auslandsgeheimdienst will vor allem jene Hacker ansprechen, die „auf der richtigen Seite arbeiten“ wollen. „Bei uns kann man Dinge legal tun, die woanders vielleicht verboten werden“, sagt Kahl.

Künftige BND-Hacker sollen demnach im Auftrag der deutschen Bundesregierung Informationen unter anderem aus den Bereichen internationaler Terrorismus, der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, Menschenhandel, Organisierte Kriminalität und Wirtschaftsspionage beschaffen. Denn der Cyberraum, so Kahl, biete nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren, die es zu erkennen und abzuwehren gelte.

Auf der Website zur Kampagne, followtheglitchkarnickel.de, wirbt Informatiker Lukas K. für die „Lizenz zum Hacken“: Schon als Kind sei ihm klar gewesen, dass Computer seine Welt sind. Er suchte die Herausforderung, Systeme nicht nur zu verstehen, sondern sie auch zu brechen. Schnell stellte er fest, dass er auf diesem Gebiet ein besonderes Talent hat. „Ich wollte aber nie Illegales tun und Hacken ohne dienstlichen Auftrag ist nun mal strafbar“, betont er.

„Markt für IT-Spezialisten leergefegt“
Während aus der Union Unterstützung für die Aktion kommt, kritisieren die Grünen, viel zu spät auf den Fachkräftemangel reagiert zu haben. Der Markt für IT-Spezialisten sei leergefegt, so Konstantin von Notz von den Grünen. „Das Problem ist seit Jahren bekannt. Leider hat man viel zu spät gegengesteuert“, wird er zitiert. Zudem konkurrierten etliche Sicherheitsbehörden um sehr wenige Köpfe. So soll allein das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik demnächst einen Zuwachs von mehreren hundert Stellen erhalten. „Woher diese kommen sollen, weiß die Bundesregierung allein.“

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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