08.02.2021 12:36 |

PS5-Neuauflage

„Nioh Collection“: Sauschwer, aber schöner denn je

Unter Freunden schwerer Action-Rollenspiele nach dem „Dark Souls“-Prinzip genießen „Nioh“ und der im Vorjahr für die PS4 veröffentlichte Nachfolger „Nioh 2“ Kultstatus. Jetzt gibt es die Samurai-Rollenspiele für Frustresistente als modernisierte Version für die PlayStation 5 mit feiner 4K-Auflösung und höherer Bildrate. Wir haben sie uns angesehen.

PS4-Spieler konnten die 2017 und 2020 erschienenen Samurai-Rollenspiele von Koei Tecmo zwar bereits spielen, in der überarbeiteten PS5-Version erwarten „Nioh“-Fans und Neueinsteiger aber einige Vorteile - vor allem grafische, aber auch spielerische.

Übrigens auch am PC: Den ersten Teil kann man hier schon länger in 4K-Auflösung mit anpassbaren Grafikeinstellungen spielen, Teil zwei ist gerade erschienen. In der „Complete Edition“ für den PC sind sämtliche DLCs enthalten und auch hohe Auflösungen und Bildraten sind drin.

PS5: Bessere Grafik und kürzere Ladepausen
Für Konsolenspieler gibt es in der Remastered-Collection ordentlich aufgebohrte Grafik zu sehen, sie haben die Wahl zwischen 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde und hoher 120-Hertz-Bildrate mit etwas geringerer Auflösung, wenn Monitor oder Fernseher diese unterstützen.

Beim Anspielen machte die höhere Auflösung einen Unterschied, ließ etwa den vier Jahre alten ersten Teil detailreicher und im 4K-Zeitalter schlicht zeitgemäßer wirken als die Version für die alten Konsolen. Sahen „Nioh“ und „Nioh 2“ schon auf der PS4 gut aus, erstrahlt die hübsche und für Genre-Verhältnisse bunte Spielwelt im mittelalterlichen Japan nun in noch größerer Pracht und läuft eben auch spürbar flüssiger als auf der PS4.

Kürzere Ladepausen sind Balsam für die Seele
Fast noch mehr als von der verbesserten Grafik profitieren PS5-Spieler von einem anderen Nebeneffekt der Next-Gen-Neuauflage: weit kürzeren Ladezeiten. Angesichts dessen, dass man in „Nioh“ durch den enorm hohen Schwierigkeitsgrad dauernd das Zeitliche segnet, sind die verkürzten Ladepausen Balsam für die geschundene Spielerseele.

Ebenfalls neu: In der PS5-Version werden die hochpräzisen Vibrationsmotoren des DualSense-Controllers für detaillierteres Force-Feedback im Spiel eingesetzt, allerdings nicht ganz so konsequent wie im eigens für die PS5 entwickelten Remake von „Demon’s Souls“.

Wer nicht ausweicht und pariert, der stirbt
Spielerisch hat sich ansonsten wenig geändert: „Nioh“ und „Nioh 2“ bieten RPG-Unterhaltung nach dem „Dark Souls“-Prinzip, bei der schnelles Ausweichen, Parieren und Taktieren im Vordergrund stehen und man fast augenblicklich ins Gras beißt, wenn man nicht im rechten Moment den richtigen Button drückt. Es gibt riesige Bossmonster, die jeweils ganz eigene Taktiken erfordern und ein großes Sortiment verschiedenster Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die zum Experimentieren einladen.

Weil in der Remastered-Collection nicht nur die beiden Hauptspiele, sondern alle später erschienenen DLCs inkludiert sind, ist die nun erschienene Sammlung wohl auch die rundeste „Nioh“-Erfahrung, die bisher auf einer PlayStation erschienen ist. Das macht sie nicht zuletzt für Neueinsteiger interessant, die „Nioh“ und „Nioh 2“ noch nicht kennen.

„Nioh“-Kenner auf der anderen Seite werden sich über ein flüssigeres und hübscheres Spielerlebnis freuen, aber vermutlich darüber fluchen, dass sie für das Paket noch einmal 80 Euro auf den Tisch legen sollen. Zumal Sony das erste „Nioh“ vor einigen Jahren schon einmal im Zuge des PlayStation-Plus-Abos verschenkt hat und zumindest beim zweiten Teil ein Gratis-Upgrade auf die verbesserte PS5-Version angeboten wird.

Fazit: „The Nioh Collection“ holt beide Teile des gefeierten Samurai-RPGs in bisher unerreichter Grafikpracht und mit superkurzen Ladezeiten in die Next-Gen-Gegenwart, erscheint mit einem Preis von 80 Euro für das Paket aber nur interessant für Neueinsteiger oder ausgewiesene Fans, die beide Teile unbedingt noch einmal in neuer Pracht erleben wollen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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